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14.12.09Breiter Themenkatalog auf der Beiratssitzung

Rubrik: Fahrtensegeln, Presse-Meldungen

Von: Ralf Abratis

Gerhard Süß berichtete über die Aktivitäten des DSV

Ralf Gierke klärte über die Verantwortung bei der Abfallentsorgung auf

Ein umfangreiches Programm hatten die Vorsitzenden der Kreisseglerverbände und die Vorstandsmitglieder des Seglerverbandes Schleswig-Holstein bei ihrer jährlichen gemeinsamen Tagung im November abzuarbeiten. Von den Verpflichtungen, die aus der Sporthafenverordnung entstehen, über Natura 2000 bis hin zur Umsetzung der E-Motoren-Genehmigung für Segelboote auf den Seen in Schleswig-Holstein reichte der Themenkatalog.

Ein ganz zentraler Aspekt war auch der Vortrag von DSV-Generalssekretär Gerhard Süß zu der Fragestellung: "Was tut der DSV für die Vereine?" In anschaulicher Weise und mit vielen Beispielen machte Gerhard Süß deutlich, in welch vielfältiger Weise der DSV sich hinter den Kulissen in Politik und vor Gericht als Interessenvertretung für die Segler in Deutschland einsetzt und welche - auch finanzielle Vorteile - alle Vereine daraus ziehen. Durch die Beschäftigung von Volkswirten, Juristen, Pädagogen und Schiffbau-Ingenieuren innerhalb des Verbandes ließen sich etliche schwerwiegende Einschnitte in der Segelgeschehen abwenden.

So wurde in fast fünfjähriger Verhandlung erreicht, dass die Grundstückspachten für Vereine erheblich ermäßigt bleiben und überzogene Erhöhungsverlangen abgewendet wurden. "Im Bundesbereich macht das einen wohl zweistelligen Millionenbetrag aus", stellte Süß fest. Ganz konkret im eigenen Portemonnaie merken die Bootseigner auch die Verhinderung der ehemals geplanten Bootssteuer, die inzwischen im Durchschnitt etwa 200 bis 300 Euro jährlich je Boot betragen würde. Und auch die Einführung eines Bootsregisters, das weitere kostenintensive Initiativen wie etwa den Boots-TÜV nach sich hätte ziehen können, wurde verhindert.

Das weitere DSV-Engagement wie etwa bei den Verhandlungen über das Befahren von Offshore-Windparks, der pauschalen Zahlung von Schleusengebühren im Binnenland (nicht Nord-Ostsee-Kanal), der Eingrenzung von fischerrechtlichen Entschädigungen, der Abwendung einer Maut-Vignette sowie der Klarstellung von Verpflichtungen der Versicherungen bei Regattaschäden, aber auch in Fragen des Naturschutzes, der Befahrensregeln und der Aus- und Weiterbildung fasste der SVSH-Vorsitzende Jens Brendel mit der Erkenntnis zusammen: "Wenn es den DSV nicht gäbe, gehe es uns schlechter. Der Kosten-Nutzen-Faktor ist um etliches besser als es die sonstigen Belastungen wären."

Welch bürokratische Fallstricke dennoch den Vereinen auflauern, wurde beim Vortrag über die Abfallentsorgung entsprechend der Sportboothafenverordnung deutlich. Ralf Gierke, als Umweltschutzbeauftragter des Segler-Vereins Trave und Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Lübeck mit der Abfall-Problematik bestens vertraut, klärte über die Haftungsverantwortung des Vorstandes bei der ordnungsgemäßen Entsorgung auf und warnte vor dem Versuch, einen Klub als frei von Schadstoffen darzustellen. "Dass in einem Verein, möglicherweise auch noch mit Winterlager, keinerlei Säuren und Laugen durch Poliermittel und Abbeizer, keine Farb- und Lackreste und weder Altöle noch Fette anfallen sollen, scheint doch sehr unwahrscheinlich", so Gierke. Entsprechend sollten die Vereine die Entsorgung der Schadstoffe durch einen geeigneten Betrieb sicherstellen und über das elektronischen Begleitscheinverfahren (eANV), das bis zum 1. April 2010 eingeführt wird, ihrer Nachweispflicht nachkommen.

Glücklich können sich in diesem Fall Vereine wie in Kiel schätzen, wo die gesamte Abwicklung der ordnungsgemäßen Abfallentsorgung die Sportboothafen Kiel GmbH übernimmt.

Im weiteren Tagungsverlauf wurden entsprechend der freiwilligen Natura-2000-Vereinbarung Ansprechpartner für den Segelsport in den verschiedenen Schutzgebieten gesucht, und in den meisten Fällen auch gefunden. In wenigen Fällen soll die Suche noch auf Kreisebene fortgesetzt werden. Der SVSH-Umweltbeauftragte Wilfried Pirschel erklärte dabei die Wichtigkeit des Projektes: "In regelmäßigen Abständen wird zwischen Umweltministerium und Landessportverband die Einhaltung der freiwilligen Vereinbarung überprüft. Einwände von Naturschutzverbänden sind zu erwarten bzw. schon erfolgt."

Auch in Sachen des E-Motoren-Einsatzes auf den schleswig-holsteinischen Seen gibt es noch Klärungsbedarf. Nicht alle untere Umweltschutzbehörden (so etwa in Plön und Ostholstein) haben die Empfehlung des Umweltministeriums umgesetzt, Kleinstmotoren als Flautenschieber und zum An- und Ablegen zuzulassen. Dies soll nun in direkten Gesprächen mit den zuständigen Behörden geklärt werden.

Zum Abschluss der Sitzung wurde bereits auf den Verbandstag am 13. März (von 14 bis 18 Uhr, Workshops ab 10 Uhr) in Ratzeburg im Hotel "Der Seehof" vorausgeblickt. Eine wichtige Änderung betrifft dabei das Rahmenprogramm: Die traditionelle Abendveranstaltung leitet nunmehr den Verbandstag am Freitagabend ein und steht nicht mehr am Ende des Seglertreffens am Sonnabendabend.