15.06.10SH-Opti-Trio international auf Titeljagd
Jan Marten, Gwendal Lamay und Jasper Steffen bei EM und WM dabei

Gwendal Lamay (links) und Jan Marten vom SC Eckernförde qualifizierten sich für internationale Meisterschaften

Jasper Steffen vom KYC darf im Juli zur EM
Die schleswig-holsteinischen Jüngstensegler sind in der deutschen Opti-Szene eine feste Größe. Seit Jahren sind sie in den Nationalmannschaften bei internationalen Großereignissen vertreten. Da bildet 2010 kein Ausnahme. Mit Jan Marten, Gwendal Lamay und Jasper Steffens schafften gleich drei Segler aus Kiel bzw. Eckernförde den Sprung in die Aufgebote für WM bzw. EM.
Keine Opti-WM ohne Marten! Seit fünf Jahren schickt die Familie aus Eckernförde mindestens einen ihrer Söhne zu den weltweiten Titelkämpfen im Optimisten. Erst war es Jens, dann Jens, Hannes und Jan gemeinsam, und nachdem die großen Brüder der Jüngstenjolle entwachsen sind, vertritt Jan die Farben des SC Eckernförde. Vor Warnemünde hat er sich bereits zum dritten Mal für den deutschen Fünf-Mann-Kader zu einer WM qualifiziert. Diesmal geht es im Dezember nach Malaysia. „Die WM-Teilnahme war das Ziel für diese Saison“, sagt der 13-Jährige, der sich noch nicht darauf festlegen lassen will, wie ehemals Bruder Jens eine Top-Ten-Platzierung einzufahren. „Langkawi in Malaysia ist ein Leichtwindrevier. Noch habe ich das Idealgewicht, aber ich weiß nicht, wie es dann ist. In die Top-50 würde ich aber gern fahren“, erzählt der 41-kg-Steppke. Dass er sich in hochklassigen Mammutfelder bestens zurechtfindet, hat der Schüler der Eckernförder Jungmannschule unlängst am Gardasee bewiesen. Unter rund 1000 Startern landete er auf Platz 14.
Dort gelang auch Gwendal Lamay aus Kiel, der ebenfalls für den SC Eckernförde startet, der große Knalleffekt. Mit Platz 17 ließ er 980 Konkurrenten hinter sich und holte sich das nötige Selbstvertrauen, um bei der WM-/EM-Ausscheidung vor Warnemünde unter die Top-Ten zu fahren und damit die EM-Quali sicherzustellen. „Das wird mein erster Start bei einer EM. Da ich am Gardasee und mit dem Sieg in Sonderborg in Herbst schon gut gesegelt bin, hatte ich gehofft, dass es klappt“, so der Kieler Humboldt-Schüler. Die EM in Kamien Pomorski in Polen im Juli soll aber nur eine Zwischenstufe auf dem weiteren Weg nach oben sein, denn der Zwölfjährige kann noch einige Jahre Opti segeln und möchte im kommenden Jahr ebenfalls gern einmal bei der WM segeln. Beim Goldenen Opti am vergangenen Wochenende war er den deutschen WM-Startern bereits ebenbürtig. Punktgleich mit Sieger Fabian Graf landete er auf Rang zwei.
Auch für Jasper Steffens vom Kieler Yacht-Club erfüllte sich vor Warnemünde der Traum von dem EM-Quali. Erst vor dreieinhalb Jahren ist der 13-Jährige bei einem Ferienkurs in den Opti eingestiegen, hat sich dann nach dem Eintritt in den KYC unter der Führung von Trainer Patrick Böhmer kontinuierlich gesteigert. 2008 wurde er Landesmeister im Opti B, etablierte sich im vergangenen Jahr beständig im Vorderfeld der A-Gruppe und zeigte im Frühjahr mit Platz zwölf auf dem Braassemermeer (Niederlande), dass er auch international mithalten kann. „In Warnemünde habe ich dann einfach gesehen, was kommt. Ich habe zwar ein bisschen auf die EM-Quali gehofft, es aber nicht erwartet“, sagt der Altenholzer Gymnasiast, der nun in Polen einfach sein Bestes geben will. Auch er will noch ein Opti-Jahr dranhängen, um einen Anlauf auf die WM zu unternehmen. Danach soll die Trophäenjagd dann im 29er weiter gehen.
Für Erfolgsaussichten bei den internationalen Großauftritten halten sich nicht nur die Segler selbst zurück, auch Landestrainerin Antje Schneidewind will noch keine Prognose abgeben, sagt aber auch: „Ich wäre über eine Überraschung nicht überrascht.“

