15.12.09SVSH braucht einen zweiten hauptamtlichen Trainer
Interview mit der Leistungssportvorsitzenden Petra Homeyer
Der Seglerverband Schleswig-Holstein hat sich in der Nachwuchswertung in der Spitzengruppe der deutschen Landesverbände sowie der Landesfachverbände in Schleswig-Holstein festgesetzt. Bei den gemeinsamen deutschen Jugendmeisterschaften im Rahmen der Travemünder Woche gab es zwei Titel für den SVSH, für Petra Homeyer, stellvertretende SVSH-Vorsitzende für den Leistungssport, kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen, wie sie im Interview berichtet.
Die Nachwuchssegler des SVSH haben ein weiteres gutes Jahr hinter sich, und das, obwohl sie sich zum Saisonstart im Mai mit Christiane de Nijs auf eine neue Trainerin einstellen mussten.
Christiane hat in der kurzen Zeit sehr intensiv gearbeitet. Sie war immer ansprechbar und hat mit viel Engagement viel bewegt. Es ist sehr schade, dass sie uns nach nur knapp einem Jahr wieder verlässt. Aber auch die Honorar- und Vereinstrainer haben großen Anteil am Erfolg. Die Zusammenarbeit mit Christiane hat sehr gut funktioniert.
Der Boden für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit ist also bereitet?
Die ersten Eindrücke haben tatsächlich gezeigt, dass Christianes Nachfolgerin Antje Schneidewind sich gut in diese Position einfügen wird. Wir sind sehr glücklich, sie engagieren zu können. Dennoch müssen wir daran arbeiten, uns für die Zukunft noch besser aufzustellen.
Das heißt konkret?
Wir brauchen dringend eine zweite hauptamtliche Trainerstelle, um die Kontinuität in unserer Arbeit zu wahren. Auch in anderen Landesverbänden hat man erkannt, dass es nicht ausreicht, nur mit der Spitze zu arbeiten. Man muss auch Zeit in die Sichtung der Talente investieren können. Eine breite Basis kann nur im Optimisten geschaffen werden. Das geht aber nur mit der Einrichtung einer zweiten Landestrainerstelle.
Welche Aufgaben würde ein zweiter Trainer übernehmen?
Insbesondere die verbesserte Verzahnung mit den Vereinen würde in seinen Bereich fallen. Mit Sichtungstrainings und Lehrgängen vor Ort könnten Talente gesucht und gefunden und an den Leistungsstand der Landesspitze herangeführt werden, damit sie schließlich den Sprung in den Landeskader schaffen. Davon würden auch die Vereine profitieren, die in Blocktrainings ihren Jugendlichen ein weiteres Angebot machen könnten und die Vereinstrainer können sich nebenbei kostenlos fortbilden. Die Trainings in den Stützpunktvereinen sind natürlich offen auch für SeglerInnen aus umliegenden Vereinen, die Talente können sich somit in homogenen Gruppen weiterentwickeln.
Wie soll diese Maßnahme finanziert werden?
Wir greifen als Landesvorstand auf eine bereits vor zwei Jahren formulierte Idee zurück. Mit der Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von drei auf vier Euro im Jahr wäre eine weitere Landestrainerstelle finanzierbar. Prozentual ist das sicherlich eine erhebliche Erhöhung, absolut ist der Anstieg des Mitgliedsbeitrages um einen Euro aber sicherlich für die Vereine tragbar. Wichtig ist, dass die Vereine den Nutzen für sich selbst erkennen. Denn die Beitragserhöhung fließt in die Förderung der Jugend, und die ist der entscheidende Faktor für die Zukunft der Klubs. Viele Jugendliche wollen sich im Wettkampf messen. Erfolg bildet dabei den nötigen Motivationsschub. Mittelfristig können wir im Vergleich mit anderen Landesverbänden nur mit einer verstärkten Anstrengung bestehen.
Warum soll aber die Beitragserhöhung anders als vor zwei Jahren vom Verbandstag diesmal akzeptiert werden?
Die Rahmenbedingungen sind andere als vor zwei Jahren. Denn auch der Landessportverband hat mit dem LAL, dem Landesausschuss für Leistungssport, die Notwendigkeit erkannt, vermehrt in die Leistungsförderung seiner Spitzenverbände investieren zu müssen. Kurz gesagt, können wir bei der Einrichtung einer zweiten Landestrainerstelle zusätzliche Fördermittel nutzen, die einen Teil dieser Trainerstelle finanzieren würden. Diese Mittel fließen aber nur bei einem entsprechenden finanziellen Engagement unsererseits. Beschließt der Verbandstag keine Beitragserhöhung und lehnt damit schlussendlich die zusätzliche Trainerstelle ab, müssten wir uns damit abfinden, dass Segeln in Schleswig-Holstein aus dem Kreis der drei geförderten Leistungssportarten herausfallen würde. Damit würde sich der Norden dann nur noch auf Beachvolleyball und Rudern konzentrieren. Das kann nicht im Sinne des SVSH und seiner Vereine sein.


