15.06.10Surffloh mit viel Erfahrung
Lasse Mannsbarth surft sich in die deutsche Spitze
Wenn der Titel „Surffloh“ seit den Olympischen Spielen 2000 nicht an Amelie Lux vergeben wäre, dann wäre Lasse Mannsbarth erster Anwärter darauf. Gerade erst 13 Jahre alt blickt der Schüler aus Kiel bereits auf sechs Jahre Erfahrung auf dem Surfbrett zurück. Vor zwei Jahren stieg er dann auf dem Bic Techno 293 in das Regattageschehen ein, und im vergangenen Jahr feierte das 50-kg-Leichtgewicht die ersten Erfolge, wurde deutscher Meister in der U15 und anschließend in dieser Altersklasse zum Surfer des Jahres gewählt.
Dabei musste er sich bei seinen ersten Stehversuchen auf dem Brett erst einmal überwinden: „Nur wenn es richtig karibisch war, mit flachem und klarem Wasser, war es gut“, erzählt Vater Helmut, der seinen Sohn im Urlaub auf Bornholm an den Sport heranführte, den er selbst bereits seit 37 Jahren betreibt. Als erstes Trainingsgerät diente dabei ein altes Raceboard, bei dem die Schlaufen neu einlaminiert werden mussten, da die ursprünglichen Abstände für den 1,30-Meter-Knirps viel zu groß waren.
Von diesen Anfängen hat sich Lasse zu einem Surf-Allrounder entwickelt, der sich auf dem Funboard ebenso wohl fühlt wie auf der Regattabahn. Auch ungemütliche Bedingungen können ihn nicht mehr erschrecken. So ging er bei den YES-Regatten am vergangenen Wochenende vor Schilksee mit Schwielen an den Händen an den Start, nachdem er kurz vorher auf Fehmarn intensiv in der Welle gesurft war. Keine optimalen Voraussetzungen für die drei Regatta-Tage, in denen auch der deutsche Jugendmeister gekürt wurde. Denn vor allem am Mammutprogramm des zweiten Tag wurde die ganze Kraft und Ausdauer gefordert war. Am Ende landete der Kieler auf dem sechsten Gesamtrang, war damit erneut bester Akteur der U15.
Viel Aufhebens macht Lasse um sich allerdings nicht, Fragen nach Titeln und Erfolgen sind ihm eher unangenehm, und auch bei der Frage nach weiteren Plänen gibt er sich zurückhaltend. Dabei hat er im Juli eine große Herausforderung vor sich. Dann steht die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südfrankreich auf dem Programm. „Für die WM habe ich mir keine großen Ziele gesteckt. Die anderen Starter haben viel mehr Erfahrung. Ich muss da noch lernen“, erzählt die Nachwuchs-Hoffnung. In weiterer Zukunft will der neue „Surffloh“ aber durchaus einen Versuch auf dem Olympiabrett unternehmen.


