Zügiger Verbandstag in Husum
Vielfältige Aufgaben liegen vor dem Seglerverband Schleswig-Holstein (SVSH) in der kommenden Saison. Das machte der 1. Vorsitzende Jens Brendel auf dem Verbandstag in Husum am Sonnabend deutlich. Der Verbands-Präses sieht den SVSH vor allem als Dienstleister für seine Vereine und will die Zukunft des Segelsports aktiv gestalten, die öffentliche Wahrnehmung verbessern, die Vereine finanziell stärken und zunehmend mit den anderen norddeutschen Segler-Landesverbänden kooperieren.
Eine zentrale Funktion in diesem Vorhaben kommt laut Jens Brendel, dem Leistungssport zu."Unser Sport muss jung und attraktiv sein, umso mehr Nachwuchs bekommen wir in die Vereine. Und das gelingt uns, wenn wir bei Großereignissen wie Olympia eigene Sportler auf dem Siegerpodest haben. Wenn wir also den Leistungssport voranbringen, dann tun wir etwas für den Segelsport." Gemeinsam mit den großen Vereinen und dem Deutschen Seglerverband ist inzwischen die Initiative "Sailing Team Germany" in Vorbereitung, die bis zu 60 Athleten in ihrer Vorbereitung auf Olympia unterstützen soll. "In Weymouth 2012 wollen wir erfolgreicher sein als in Qingdao, als es eine Bronzemedaille gab", so Brendel.
Auf dem Weg dorthin ist der Deutsche Seglerverband auf der Suche nach einem neuen Trainerstab in Schleswig-Holstein fündig geworden. Landestrainer Thomas Rein wechselt in den Bundesverband und hinterlässt eine Lücke, die Petra Homeyer, SVSH-Vizevorsitzende für den Leistungssport, nun füllen muss: "Ich habe inzwischen vier Bewerbungen vorliegen, die wir nun prüfen werden. Wir freuen uns aber auf jeden Fall, dass wir durch Thomas nun einen sehr kurzen Draht zum DSV haben."
Nichtsdestotrotz sind auch im Fahrtensegelbereich diverse Aufgabenfelder zu bearbeiten. So laufen mit dem Land Schleswig-Holstein Gespräche über die Novellierung der 2005 verabschiedeten Sportboothafenverordnung. Insbesondere die Sicherheitsanforderungen und die Abfallbewirtschaftung stellen die Vereine vor allzu große Hürden. Eine positive Aussicht dafür gab der Ministerialdirigent im Wirtschaftsministerium Günter Meienberg, der für den verhinderten Schirmherrn, Wirtschaftsminister Dr. Werner Marnette, das Grußwort zum Verbandstag übernahm. "Die Verordnung soll so gestaltet werden, dass sie den EU-Anforderungen genügt, aber die Hafenbetreiber nicht überfordert. Wir hoffen, dass sie zur Saison 2010 gelten kann. Bis dahin werden wir pragmatische Lösungen finden", sagte Meienberg, der die Bedeutung des Segelsports für die Wirtschaft, den Tourismus und das Image des Landes herausstellte: "Die Reviere haben einen ganz besonderen Reiz, und es liegt im Eigeninteresse, diesen zu erhalten."
Dazu haben sich die Segler insbesondere auch aufgrund der freiwilligen Vereinbarung mit dem Umweltministerium und des Landessportverbandes selbstverpflichtet. Im Rahmen des EU-Projektes Natura 2000 wird auf die Einhaltung der zehn goldenen Wassersportregeln ein besonderes Augenmerk gelegt. Neben diesen Bekenntnissen nahm der Verbandstag einen zügigen Verlauf. So wurde der Haushaltsvoranschlag von den Delegierten schnellakzepti ert, und die anstehenden Wahlen für den Vorstandsbereich fielen allesamt einstimmig aus.
Zudem ließen sich die Vereinsvertreter aus ganz Schleswig-Holstein über Sicherheitsmaßnahmen, das Steuerrecht für Vereine, die Öffentlichkeitsarbeit und die Führerscheinsituation informieren. "Besonders erfreulich war, dass die Vereinsvertreter in den gut besuchten Workshops an diesen Themen mitgewirkt haben. So gab es ein klares Meinungsbild, die Bedeutung des Sportsegelscheins weiter zu stärken. Und im Steuerrecht sowie der Öffentlichkeitsarbeit gab es großen Informationsbedarf, um die Vereinsarbeit weiter zu stärken", befand der SVSH-Vorsitzende Jens Brendel.


