290 Regatten stehen in Schleswig-Holstein im Kalender
Reich bestückt mit hochkarätigen Segelveranstaltungen sind die Ost- und Nordseereviere sowie die Seen in Schleswig-Holstein stets. Die Ansammlung an deutschen und internationalen Meisterschaftstrophäen, die in der kommenden Saison auf den Wasserflächen zwischen Flensburg und Hamburg vergeben werden, dürfte aber einmalig sein. Insgesamt 290 Termine weist der Regattakalender des Seglerverbandes Schleswig-Holstein in diesem Jahr aus - beginnend mit dem Goldenen Osterei am 11. und 12. April in Eutin und endend mit der Nikolaussegeln am 6. Dezember auf dem Plöner See. Das Tragen einer Nikolausmütze ist dann zwingend vorgeschrieben. In den Monaten davor dürften die Segler aber durchaus luftiger bekleidet auf dem Wasser unterwegs sein. An Engagement wird es aber nicht mangeln, immerhin geht es in den kommenden Monaten um deutsche, Europameister- und Weltmeistertitel.
Einmal mehr wird die Kieler Woche vom 19. bis zum 28. Juni die meisten Segler aus der ganzen Welt anlocken. Dabei eröffnen diesmal die olympischen Klassen den Regattareigen. Grund ist der erstmals auszutragende Sailing World Cup: "Durch das Vorziehen der Olympiaklassen können wir den logistischen Aufwand besser bewältigen, können den Olympia-Seglern vor den Regatten Trainingsmöglichkeiten und ein Testrennen bieten", erklärt Jobst Richter, Regatta-Chef vom Kieler Yacht Club. Erwartet werden wieder rund 4500 Segler aus 50 Nationen. Höhepunkte neben dem Olympiaprogramm werden die Europameisterschaften der 505er und X-41 sowie die Weltmeisterschaft der X-35 sein. Gerade in der Jollenklasse wird ein hochkarätiges Feld mit über 100 teilnehmenden 505ern erwartet. Mit der EM in der olympischen Starbootklasse (4. bis 11. Juli) und dem Drachen Grand Prix (12. bis 18. Juli) bleibt Kiel auch im Anschluss im Blickpunkt der Segelwelt.
Fast übergangslos schließt sich vor Travemünde das nächste Segelgroßereignis an. Mit der 120. Auflage vom 17. bis 25. Juli feiert die Travemünder Woche einen runden Geburtstag. Dabei ist das übliche Geschehen auf den Regattabahnen in der Lübecker Bucht Höhepunkt und Ouvertüre zugleich. Denn anschließend werden die besten deutschen Jugendsegler zu den gemeinsamen deutschen Meisterschaften in allen offiziellen Jugendbootklassen anreisen. Rund 3000 Segler, Betreuer und Trainer werden erwartet, die der Travemünder Woche eine Verlängerung vom 26. Juli bis zum 1. August und damit ein Mammutprogramm bescheren. "Wir haben uns mit den Schaustellern geeinigt, auch in der Meisterschaftswoche aktiv zu bleiben. Damit können wir ein attraktives Programm an Land bieten, auf dem Wasser sowieso", sagt Claus-Dieter Stolze, Geschäftsführer im Lübecker Yacht Club.
Ein Jahr vor dem großen Jubiläumsfest hat auch die Flensburger Fördewoche ein pralles Programm zu bieten. Im 99. Jahr geht es zwischen dem 11. und 19. September für die Jachtsegler um deutsche Meisterehren. Dabei greift erstmals auch das neue Konzept des Deutschen Seglerverbandes (DSV), der nicht nur die Titel auf der Kurzbahn, sondern auch im Offshore-Bereich, also für die Liebhaber des Langstreckensegelns, vergibt. "Der DSV wollte die Seesegler wieder mehr zusammen holen und hat unsere Idee aufgegriffen. So wird jetzt am ersten Wochenende der Fördewoche auf der Kurzbahn und am zweiten auf der langen Strecke um Meistertitel gesegelt", sagt Claus-Otto Hansen, Regattaleiter des Flensburger Segelclubs. Ein Augenschmaus wird zudem der Auftritt der klassischen Zwölfer und 6mR-Jachten vom 2. bis 5. Juli. Und bei den Landesjugendmeisterschaften am 5. und 6. September haben die ambitionierten Nachwuchssegler ihren großen Auftritt. Da auch die dänischen Sportler eingeladen sind, sollen 500 Athleten zum Abschluss des Segelsommers auf der Flensburger Förde zusammenkommen.

