Führerscheinausbildung in den Vereinen
Die Ausbildung der Segler in Theorie und Praxis war einst die Domäne der Vereine. Dies war auch in den Statuten der meisten Clubs so festgeschrieben. Leider gehen jetzt nur noch 15 % der Führerscheine, die der DSV ausstellt, auf Vereinsausbildung zurück. Wir meinen, das muss sich ändern, denn einerseits wird bei mangelnder Jugendarbeit die Gemeinnützigkeit des Vereins gefährdet, zum anderen ergibt sich mit der Durchführung von Lehrgängen eine hervorragende Möglichkeit der Nachwuchsgewinnung. Aus diesen Gründen wurde dieser Workshop angesetzt.
In einem Einführungsreferat gab Klaus Storjohann (WVM) eine Übersicht über Vielzahl der existierenden Scheine und Zertifikate und zeigte zunächst einige Lehrhilfen auf, die der DSV anbietet. Da sind besonders ein sehr gut gelungenes kostenloses Bastelset für Optikinder und eine DVD für die SKS-Ausbildung zu nennen.
Dann kam er auf den Sportsegelschein zu sprechen. Er wies darauf hin, dass die (noch) übliche Abkürzung SPOSS unglücklich klingt und in Zukunft vermieden werden sollte. Da dies ein DSV-Schein ist, der revierbezogen in Verantwortung der Vereine ausgestellt wird, eignet er sich besonders gut, die Führerscheinanwärter für eine Ausbildung zu motivieren, die über den SBF-See, den einzigen amtlich vorgeschriebenen Schein, hinausgeht. Die fünf bundesdeutschen Küstenländer haben sich auf eine Version „Erweiterung Küste“ geeinigt, die Kenntnisse vergleichbar dem SKS bestätigt. Wenn dieser aufbauend auf den SBF-See absolviert wird, erspart sich der Prüfling im Gegensatz zum SKS unnötige Stoffwiederholungen.
Außerdem ist die Prüfung unvergleichlich billiger, da die Gebühren von den Vereinen festgelegt werden.
In der nachfolgenden Diskussion wurde als hauptsächliches Manko des Sportsegelscheins dessen zu geringer Bekanntheitsgrad deutlich. Ein Grund ist wohl, dass dieser Schein beim DSV wenig beliebt ist, obwohl die Vordrucke dort kostenlos zu erhalten sind. Die Clubs, in denen der Sportsegelschein seit Jahren unterrichtet wird, berichteten über begeisternde Erfolge. Andere Vereine zeigten sich skeptisch.
Ein Einwand war, dass für das Chartern der SKS benötigt würde. Dem konnte Dieter Wolf (SVSH) Nachfrageergebnisse bei Charterfirmen entgegenhalten, bei denen in den weitaus meisten Fällen nur der SBF-See verlangt wurde. Die Gruppe Nedderelv steuerte eigene Erfahrungen dazu bei: Wenn weitergehende Nachweise verlangt wurden, genügte eine eigene Bescheinigung durch die Gruppe.

