Dieter Wolf: Segeln rund Irland
Im Sommer 2001 hatte ich Irland zum zweiten Mal umsegelt. Seit meiner ersten Umseglung vor 5 Jahren hat sich dort vieles geändert, da in Irland offensichtlich viel für den Bootssport getan wird. So sind in dieser Zeit mindestens 5 neue Marinas entstanden. Der größte Teil Irlands ist inzwischen mit Seglerhäfen abgedeckt, nur im Nordwesten und Norden, so zwischen Galway und Portrush ist man auf Ankerbuchten angewiesen. Aber dort sind inzwischen an vielen Stellen Gästebojen installiert, und etliche Marinas sind in der Planung.
Für diesen zweiten Törn konnte das beim DSV-Verlag damals neu erschienene Buch „Rund Irland“ kritisch unter die Lupe genommen werden mit dem Ergebnis, dass das Buch hervorragend aufgebaut ist und die Unterlagen sorgfältig recherchiert worden sind. Alle gängigen Häfen und Ankerbuchten werden erschöpfend beschrieben. Es ist für jeden zu empfehlen der dort segeln möchte. Gut sind auch die Hinweise über Verkehrsverbindungen, die besonders bei Crewwechsel von Bedeutung sein können. Allerdings werden nur amtliche Seekarten empfohlen. Diese sind, zumindest für die in dem Buch aufgeführt Häfen und Buchten, nicht erforderlich. Hierfür genügen die Sportbootkarten von IMRAY. 8 Stück davon decken ganz Irland ab, und man kann so erhebliche Kosten sparen.
Bei solch einem Törn sollte ebenfalls das Buch „Reeds Nautical Almanac“ dabei sein. Da dieses jährlich neu erscheint, istes zwangsläufig aktueller als das DSV-Buch. Es ist auf die Belange der Sportbootfahrer zugeschnitten und enthält u.a. Hafenpläne, Beschreibungen ausgewählter Ankerplätze, Gezeitentafeln und Strömungskarten.
Weitergehende Literatur wird im DSV-Buch leider nicht aufgeführt. Hier sind insbesondere die beiden Bücher „Sailing Direktions Irish Cruising Club“ zu nennen, die alle paar Jahre aktualisiert werden. Als englischsprachige Bücher, die durchgeführte Segeltörns rund Irland beschreiben, sind zu nennen: „Sailing Round Ireland“ von Wallace Clark, „Celtic Gold, A Voyage Around Ireland“ von Peter Marshall und „Ireland from the Sea“ von Andrew Phelan.
Einzelheiten zu dem im Jahr 2001 durchgeführten Törn: Auf meiner Hallberg-Rassy 34 „Waya 3“ fuhr ich mit wechselnden Crews von Kiel durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Schottland, dort durch Caledonian Canal und Crinan Canal nach Glasgow. Dann ging es weiter nach Bangor in Nord-Irland. Es folgte die Umrundung Irlands im Uhrzeigersinn, wobei ich die Strecke Galway – Carrickfergus (bei Belfast) einhand zurücklegte. Um Südengland herum mit einem Abstecher nach Amsterdam segelte ich nach Kiel zurück.
Da ich diesen zweiten Törn im August durchgeführt hatte, kam es nicht zu Begegnungen mit Treibnetzen, die mich bei meiner ersten Irland-Umrundung manchmal zur Verzweiflung brachten. Diese werden laut Reeds Nautical Almanac im den Monaten Mai bis Juli für den Lachsfang ausgelegt, schwimmen an der Oberfläche und sind ein bis zu drei Seemeilen lang. Sie hängen an grau-weißen kleinen Schwimmern und sind erst zu sehen, wenn man unmittelbar daran ist. An dem landseitigen Ende hängt meist eine Boje, und am anderen Ende ist das Fischerboot. Die Fischer zeigen mit ihren Armen, in welche Richtung man sich wenden soll, um nicht in das Netz zu geraten. Die Gesten sind aber oft schwer zu deuten. Bei der hohen Atlantikdünung sieht man manchmal auch das meist kleine Fischerboot erst im letzten Moment. Bei mir ging zwar alles gut - bis auf einige heftige Adrenalin-Stöße. Ein Fischer hatte mir einmal erzählt, dass er selbst mit seinem Boot in ein fremdes Netz geraten war. Er konnte sich gerade noch rechtzeitig freischneiden und das Weite suchen, andernfalls hätte er üble Prügel bezogen!
Für Rückfragen Interessierter, die diese Reviere ebenfalls besuchen möchten, stehe ich gern zur Verfügung.
Fastnet Rock "Metal Man", ein merkwürdiges
Seezeichen bei Sligo (W-Irland)
