Wie mache ich ein gutes Video vom Segeln

Wichtigstes Qualitätskriterium: Mögen Segler und Nichtsegler von Anfang bis Ende interessiert zuschauen – ohne Langeweile, ohne Ohren- und Augenschmerzen?

 

Ein guter Video-Film ist konzipiert wie ein guter Roman:

-          Einleitung, die neugierig macht,

-          Hauptteil, in dem etwas passiert,

-          Schluß, der die Spannung ausklingen läßt, ohne neue oder andere Aspekte anzureißen.

 

Qualität erreicht man durch Anwendung einer Reihe von handwerklichen Grundsätzen. Die wichtigsten davon sind hier zusammengestellt.

 

Kamera

Grundsatz: Der fertige Film muß nicht demonstrieren, was die Kamera an technischen Mätzchen draufhat  (z.B. Überblendung aus Standbild, x-fach Zoom, Datum und Uhrzeit).

Wichtiger für das Ergebnis ist vielmehr:

-          Ruhige Kameraführung!

-          Schwenks nur in Sonderfällen, z.B. wenn sich anders eine Umgebung nicht darstellen läßt,

-          Am Anfang und am Ende eines Schwenks sollte das Bild ausreichend lange ruhig stehen.

-          Zoomen dient vor allem der Optimierung des Bildausschnitts, d.h. die Aufnahme beginnt erst, wenn der optimale Ausschnitt gefunden ist.

-          Zu viele Schwenks und Zoomaufnahmen machen den Film unruhig („flatterig“)

 

Bildschnitt

Guter Bildschnitt zeichnet sich dadurch aus, daß der Bildwechsel den Betrachter nicht  nur nicht erschreckt, sondern als logisch wahrgenommen wird.

-          Nicht alles, was man an guten Aufnahmen hat, gehört in den Film. Um Langeweile des Betrachters zu vermeiden, muß man sich beim Schnitt von schönen Bildern auch trennen können.

-          Die Szenen (einzelne oder zusammenhängende Bildfolgen) sollten so lang (und auch nur so lang) sein, daß der Betrachter den beabsichtigten Eindruck bzw. die beabsichtigte Information aus Bild und/oder Kommentar bekommt.

-          Schwarzblenden sind nur dann sinnvoll, wenn damit der Beginn eines neuen Abschnitts angedeutet werden soll.

 

Ton

Der mit der Kamera aufgenommene Ton ergibt in der Regel kein gutes Resultat. Nachvertonung ist deshalb  dringend zu empfehlen: Originalton („Atmo“), Kommentar und ggfs. Musik sollen dabei die Bilder so ergänzen, daß der Betrachter eingestimmt und informiert wird.

 

Atmo (d.h. Originalton) ist besonders wichtig, aber auch schwierig zu handhaben. (Gerade beim Segeln donnert der Wind ja fast immer ins eingebaute Kameramikrofon!) Abhilfe: Nachvertonung aus der Konserve (Geräusch-CD, Tonkassette mit eigenen Tonaufnahmen ohne Störungen.

 

Kommentar, der unmittelbar bei der Aufnahme gesprochen wurde, ist immer problematisch, weil

-          oft von anderen Geräuschen (Wind!) überlagert,

-          meist unkonzentriert formuliert.

 

Besser: Kommentar erst bei der Filmproduktion passend zum Filmschnitt formulieren und nachvertonen!

 

Musik soll Stimmungen verstärken, muß also zu den Bildeindrücken passen.

„Maritime Standardmusik“ (z.B. Biskaya, We are sailing, Rolling home, Veermaster) wirkt leicht abgedroschen.

Vorsicht mit klassischer Musik: Segelboot und Sinfonieorchester passen schlecht  zusammen.

 

Anmerkung (D. Wolf): Bobby Schenk hat auf seiner Homepage

http://www.yacht.de/schenk/index/shtml

viele gute Tipps zum Videografieren zusammengestellt.

 


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