Suche:
Sie befinden sich hier:  SVSH > Meldungen

Meldungen aus dem Pressebereich:

17.09.10Her mit den besten Bildern!

[mehr]Fotowettbewerb in der zweiten Runde

17.09.10Erst tagen, dann feiern!

[mehr]Sailing Night im Anschluss an den Seglertag am 12. März 2011

17.09.10SH-Yachtsegler demonstrierten ihre Klasse bei ORC-WM

[mehr]Zwei Titel und zwei Vizetitel für die Crews aus dem Norden

01.09.10Wind und Welle forderte die Landesjugend in Flensburg

[mehr]LJM-Titel verteilen sich über das ganze Land

23.08.10Countdown für die LJM

[mehr]Zehn Disziplinen am 28./29. August in Flensburg

03.08.10SVSH-Quintett in Top-Ten der IDJüM

[mehr]Malte Student segelt zum Vizetitel bei den Optis

29.06.10Top-Platzierungen für deutsche Segler zur Kieler Woche

[mehr]Babendererde/Jacobs und Franziska Goltz holen Silber

18.06.10Die Segelwelt blickt nach Kiel

[mehr]Am Sonnabend startet die Kieler Woche 2010

18.06.10Durchbruch für das Sailing Team Germany

[mehr]Audi geht als Premium-Partner an Bord

18.06.10Gemeinsam für ein gutes Miteinander

[mehr]SVSH und Wasserschutzpolizei Kiel diskutierten über das gegenseitige Verhältnis


Ältere Meldungen anzeigen

08/08/07

Kleine DSV-Flotte bei olympischen Testregatten

Hamburg (dpa) - Der Deutsche Segler-Verband (DSV) reist nur mit einer kleinen Mannschaft zu den olympischen Testregatten nach Qingdao.

"Wir haben nur sieben von elf Klassen besetzt und wie im nächsten Jahr bei Olympia schon strenge Maßstäbe angelegt", sagte DSV-Sportdirektor Hans Sendes der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem Abflug nach China. "Wir wollen keine Touristen wie 2004 in Athen sein." Bei den vergangenen Olympischen Spielen war der DSV ohne Medaille geblieben und wegen seiner Nominierungspolitik hart kritisiert worden.

Mit einem fünften Platz bei den Testregatten können die deutschen Segler die Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erfüllen. Wenn den Tornado-Seglern Johannes Polgar/Florian Spalteholz (Dänisch-Niendorf/Kiel) und der Berliner Surferin Romy Kinzl bei der Good Luck Bejing 2007 Qingdao International Regatta im Olympia-Revier die DOSB-Norm zum zweiten Mal gelingt, erzwingen sie automatisch eine interne nationale Ausscheidung.

Neben dem zweimaligen Olympia-Teilnehmer Marcus Baur mit Vorschoter Hannes Baumann (49er/Kiel) hoffen die Yngling-Crew Ulrike Schümann/Julia Bleck/Ute Hoepfner (Berlin), die 470er- Europameisterinnen Stefanie Rothweiler (München) und Vivien Kussatz (Berlin), das Starboot-Team Marc Pickel/Ingo Borkowski (Kiel/Potsdam) sowie die Laser Radial-Steuerfrau Petra Niemann (Berlin) auf die gleichen Bedingungen wie im kommenden Jahr.

"Es ist sehr heiß zurzeit, über 30 Grad, da werden die Winde voraussichtlich leicht sein", meinte Sendes, "das scheinen die typischen Bedingungen im August zu sein." Für Niemann wäre es die dritte, für Pickel und Rothweiler die zweite Olympia-Teilnahme. Diese drei Mannschaften haben die DOSB-Kriterien wie gefordert zwei Mal erfüllt. Die Regatten beginnen am Montag und dauern bis zum 24. August.

dpa/sportsline vom 08.08.2007

08/05/07

Lutz/Beucke gewinnen spannendes 420er-Finale

Glücksburg - War das spannend: Als Tina Lutz und Susann Beucke in der letzten Wettfahrt der 420er-Klasse als Vierte über die Ziellinie rauschten und gleichzeitig die Konkurrenz patzte, war das Glück des Bayern-Schleswig-Holstein-Duos perfekt. Noch im Zielraum sprangen beide juchzend über Bord und ließen ihr Boot durchkentern. Vom Trainer-Schlauchboot hagelte es Beifall. Im Hafen des Flensburger Segel-Clubs (FSC) war Mutter Ellen Beucke völlig aus dem Häuschen, als sie die Nachricht vom Zielschiff erreichte. "Das ist ja irre. Und ich wollte doch einen Piccolo mitnehmen", freute sich die Regatta erfahrene Kielerin über den Erfolg der beiden 16-Jährigen.

"Puh, das war wirklich spannend", meinte Tina Lutz und legte ihr strahlendstes Lächeln auf. Nach der Meisterehrung am Abend ging es für den Lutz/Beuke-Tross gleich weiter nach Medemblik, wo bereits heute das Training zur Jugend-EM (8. bis 16. August) im 29er auf dem Ijsselmeer in den Niederlanden beginnt - ganz schöner Stress, aber als Meister nimmt man das gelassen. "Jetzt freuen wir uns nur."

Auch die Trainingsprobleme der Nord-Süd-Verbindung sind für die Zukunft gelöst. Die Kielerin geht ins Internat Landschulheim Schloss Ising an den Chiemsee, dort wird dann gemeinsam trainiert. Damit ist auch der Aufruf zum Sponsoring der Flugkosten für das Training in einem Lutz-Beucke-Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) überflüssig. Nur Mutter Ellen ist darüber ein wenig traurig. "Aber man soll den Kindern nicht die Chancen verbauen", sagt sie dann entschlossen.

Ebenfalls auf Kurs Gesamtsieg waren bei den 420ern die Flensburger Eike Jacobs und Steffen Rusch, als ihnen in der letzten Wettfahrt der Beschlag zwischen Mast und Baum brach. Immerhin: Die FSC-Nachwuchscrew schob sich noch von Platz fünf auf Rang drei und wurde Deutscher Meister in der U-17-Wertung. "Wenn man den Gesamtsieg vor Augen hat, ist das schon bitter. Aber die beiden sollten nicht traurig sein. U-17-Meister ist doch was," meinte ihr Trainer Jörg Rothert.

Mit einer sehr ausgeglichenen Serie gewann das Kieler Duo Max Lutz und Maximilian Dullo die Meisterschaft der 29er überlegen. Sehr gut vertreten im internationalen Zweimann-Skiff der FSC, der mit Jan Erichsen und Christoph Block als Dritte ein Team auf dem Treppchen hat. Anton Berking/Björn Buchholz als Sechste und Jacob Meesenburg/Hans Jacob Detleffsen als Achte komplettieren das gute Ergebnis, das auch Morten Massmann nach der Ernüchterung vom Vortag wieder strahlen ließ. "Das war wirklich ein super Abschluss", meinte der Coach.

So sahen es auch die Verantwortlichen der Regattaleitung des Ausrichters. "Es war ein Abschluss mit Traumwetter", meinte FSC Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen. Windstärken um drei Beaufort aus Westnordwest, die allerdings zum Ende der zweiten Wettfahrt in Böen auf bis zu sechs Windstärken anwuchsen, ließen schnelles segeln zu, verschafften mancher Crew aber auch eine unfreiwillig Kenterung. Ausgeräumt waren auch Unstimmigkeiten über die Länge der Startlinie bei den 420ern, die Landestrainer Eckehard Schulz aus Mecklenburg-Vorpommern angesprochen hatte.

michael bock, Flensburger Tageblatt

08/03/07

America's Cup 2009 ohne Luna Rossa

Valencia (dpa) - Der America's Cup 2009 in Valencia findet ohne das italienische Boot Luna Rossa statt. Nach drei Teilnahmen hintereinander erklärte Teambesitzer Patrizio Bertelli seinen Verzicht auf eine erneute Herausforderung.

"Der Kreis hat sich geschlossen", betonte Bertelli. Er hatte vor zehn Jahren das Syndikat Prada Challenge (Luna Rossa) gegründet, um 2000 in Auckland das Team New Zealand herauszufordern. Es sei "ein unvergessliches Experiment" gewesen, sagte Bertelli, nun sei es genug. Im Jahr 2000 hatte er mit den Italienern den Louis Vuitton Cup gewonnen, im America's Cup gegen Neuseeland war er mit seinem Team beim 0:5 aber chancenlos geblieben.

dpa/sportsline vom 03.08.2007

08/01/07

Max Rößner deutscher Jugendmeister, Lübecker Nachrichten vom 01.08.2007

Wismar - Nach den beiden unfreiwilligen "Ruhetagen" spielte heute zunächst der Wind in der Wismarbucht bei den internationalen deutschen Jugendmeisterschaften der Radial-Segler mit, so dass die drei Finalrennen, durchgeführt werden konnten.

Nach sechs Siegen in der Vorrunde am Sonnabend und Sonntag konnte Lokalmatador Maximilian Rößner auch in den beiden ersten Wettfahrten am heutigen Finaltag seine Führung behaupten. Die Meistertitel und die Goldmedaille waren greifbar nahe. Ausgerechnet bei der dritten und letzten Final-Wettfahrt kam er mit den Bedingungen jedoch überhaupt nicht zurecht. Doch der 17Jährige vom Yachtclub Wismar hat Glück. Die letzte Wettfahrt musste wegen anhaltender Flaute abgebrochen werden. Maximilan ist deutscher Jugendmeister.

07/28/07

Die Harmsdorfer Regatta-Rivalen, Lübecker Nachrichten vom 28.07.07

Es war anstrengend, es war nass, aber sie würden diesen wilden Ritt jederzeit wieder machen: Kathrin und Jan Hilbert, Geschwister aus Harmsdorf, segelten über den Nordatlantik - als Regatta-Rivalen.

In Gedanken sind Kathrin (26) und ihr Bruder Jan (24) noch häufig beim HSH Nordbank Blue Race, der großen Nordatlantik-Regatta von Newport (Rhode Island/USA) über 3600 Seemeilen nach Hamburg. Gemeinsam haben sie als Kinder auf dem Ratzeburger See segeln gelernt, doch im Rennen waren die Lehrerin und der Bootsbauer Konkurrenten: Kathrin segelte auf der Yacht "Haspa Hamburg", Jan auf der "Norddeutsche Vermögen". Jetzt sitzen sie wieder im Hause ihrer Eltern in Harmsdorf bei Ratzeburg, lassen die Erlebnisse auf See Revue passieren und erzählen begeistert davon.

Gestartet waren sie am 14. Juni in Newport, einem idyllischen kleinen Hafenstädtchen etwa 350 Kilometer nordöstlich von New York. Dort startete das HSH Nordbank Blue Race mit 21 Yachten. Bei frischem Wind und strahlendem Sonnenschein waren sie losgesegelt, beide jeweils in einer zehnköpfigen Crew. "Optimale Bedingungen", schwärmen Kathrin und Jan von dem Tag, als es nach langer Vorbereitung endlich losging.

Doch schon bald zeigte sich der Nordatlantik von seiner rauen Seite. "Am vierten Tag haben wir versucht, Jans Schiff zu erreichen. Die Regattaleitung hatte uns darum gebeten, weil es weder Funk- noch Telefonkontakt gab", erzählt Kathrin. "Das war schon komisch, da haben wir uns richtig Sorgen gemacht."

Jan klärt die Sache auf: Sie hatten zu diesem Zeitpunkt eine dramatische Situation zu überstehen. Seine Crew hatte eine südlichere Route gewählt als die anderen Yachten, um mit dem Golfstrom zu segeln. Doch am Rand des Golfstroms gibt es tückische Gegenströmungen: "In stockfinsterer Nacht ist uns das Vorsegel um die Ohren geflogen, hat dabei den ganzen Heckkorb der Yacht mitsamt den Antennen abgerissen." Plötzlich waren sie abgeschnitten, weder GPS noch Satellitentelefon funktionierten noch. "Wir mussten das Segel bergen, während die schweren Brecher über unseren Köpfen zusammenschlugen. Danach mussten wir erst mal laut durchzählen, ob noch alle an Bord sind." Als die See etwas ruhiger wurde, hat sich Jan gleich an die Reparatur der lebenswichtigen Technik gemacht. Die Yacht war nach acht Stunden wieder erreichbar - und alle anderen erleichtert.

Die Sicherheit auf hoher See wurde auch auf Kathrins Yacht "Haspa" groß geschrieben: "Wir mussten immer Schwimmwesten tragen und uns mit Karabinerhaken einpicken. Jeder musste auch ein Messer und Taschenlampe am Mann haben." Auch auf der "Haspa" gab's große Probleme - die meisten unter Deck. "Wir haben sieben Tage lang versucht, unsere kaputte Toilette zu reparieren. Außerdem hatten wir immer Wasser im Schiff, mussten ständig lenzen, pumpen und wischen, damit die Technik nicht nass wird", erzählt Kathrin - und das bei ständigem schweren Seegang. "Die vielen Baustellen haben uns Schlaf gekostet", blickt sie zurück. Überhaupt war Schlaf ein ganz spezielles Vergnügen: Vor allem die Steuerbordwache habe immer in einer klatschnassen Koje gelegen. Jan kann das bestätigen: "Nach vier Stunden Schlaf mussten wir wieder in die nassen Klamotten steigen, kaum etwas bleib trocken."

Hinter Point Alpha, dem Punkt, der die Eisschollen- Grenze im Nordatlantik markiert, ging es für die Yachten dann ruhiger weiter, mitunter sogar viel zu ruhig. "Irgendwann hatten wir Flaute, wir mussten alles bergen und es wurde immer wärmer. Das Wasser im Golfstrom war 27 Grad warm. Trotzdem mussten wir alle Luken dicht machen, damit Wellen nicht ins Boot schlagen", sagt Kathrin. Unter Deck herrschte dann enorme Feuchtigkeit, Teile des Proviants verfaulten. "Unsere Bananen waren in der feuchtwarmen Luft nach kurzer Zeit Mus, weil sie im Seegang immer aneinander schlugen."

Und immer wieder gab es diese unverhofften Begegnungen auf See: "Einmal sind Buckelwale bis auf zwei Meter an unsere Yacht herangeschwommen, vor allem ein kleiner Wal war ganz neugierig", erinnert sich Kathrin. "Oder einmal, als dichter Nebel aufkam, als wir die Nebelschwaden an unserer Nase vorbeiziehen sahen, haben uns Delphine die ganze Zeit begleitet und die typischen Flipper-Laute gemacht. "Das war ganz beeindruckend" erzählt Kathrin, "die Delphine haben uns sicher durch den Nebel navigiert."

War auf dem Nordatlantik noch einige Zeit Flaute, änderte sich das schlagartig, als Schottland passiert war. Von da an bis Cuxhaven gab's reichlich Wind. "Da sind wir richtig geflogen, haben die Nordsee durchgepflügt", freut sich Jan. Im Rennen mit den Konkurrenten "Bank von Bremen", "Snowlion" und Taonga" machte die "Norddeutsche Vermögen" noch einmal richtig Fahrt. Nach knapp drei Wochen, Freitag früh um 3.06 Uhr ging es für sie in Cuxhaven über die Ziellinie, als erst viertes Schiff, knapp vor den Konkurrenten. "Wahnsinn, wenn Du 3600 Seemeilen segelst und es dann im Ziel um ein paar Minuten geht", sagt Jan.

Die "Haspa" kommt zwei Tage später in Cuxhaven an, Sonntag morgens um 6.31 Uhr. "Da stand dann die ganze Familie als Empfangskomitee, das war richtig schön", erzählt Kathrin. "Nach dem ganzen Trockenfutter auf See haben wir uns auf etwas Frisches und auf Fleisch gefreut", erzählt sie, "und das erste Bier nach zwei Wochen, das zischte richtig", ergänzt Jan. Gleich beim Zieleinlauf erhielt Kathrin auch die freudige Nachricht: Sie kann nach den Sommerferien eine Stelle als Lehrerin an der A.-Paul-Weber-Realschule in Mölln antreten - "meine Lieblingsschule, besser hätte es nicht laufen können", lacht sie.

Die letzten Kilometer im Fahrwasser der Elbe nach Hamburg waren dann schon Hochgefühl pur. Im Race Village im Hafen wurden alle Yachten begeistert empfangen. Jan: "Allein auf uns haben am Steg 200 Leute gewartet." Kathrin: "Es war irre viel los, ein Wahnsinnstrubel - aber zwei Tage später wollte ich schon wieder los."

Kurz darauf stieg sie erst einmal auf ein kleineres Boot um: Sie erholte sich beim Kanufahren in Schweden. Jan, der seit zwei Jahren beim deutschen America's Cup Team in Valencia als Bootsbauer gearbeitet hat, wollte "erst mal in Ruhe sehen, wie es weitergeht". Aber noch einmal über den Atlantik - "das würde uns beide wieder reizen", sagen die Geschwister mit einem wehmütigen Blick auf die Fotos ihres Regatta-Abenteuers.

Von Christian Risch, LN

07/26/07

ISAF-WM: Delle surft zu Silber/Kieler Nachrichten vom 26.07.2007

Kingston/Kiel – Moana Delle hat dem Segel-Internat im Olympiastützpunkt in Schilksee einen silbernen Anstrich verliehen. Bei der ISAF-Jugend-Weltmeisterschaft in Kingston/Kanada gewann die 18-jährige Surferin die Silbermedaille auf dem RS:X-Board.

Im kleinen Feld der 15 jungen Surferinnen musste der aus Soest stammende Teenager nur Laura Linares den Vortritt lassen. Die Italienerin (12 Punkte) verteidigte auf dem Ontario-See ihren Vorjahrestitel. Für Moana Delle (15 Punkte) war es die dritte Medaille bei internationalen Nachwuchsmeisterschaften nach Bronze und Silber bei den noch auf dem Mistral-Brett ausgetragenen Jugend-Weltmeisterschaften 2004 und 2005. Dem Mistral trauert sie nicht hinterher. „Das RS:X-Brett ist mir schon lieber. Bei leichtem Wind ist das Pumpen zwar noch anstrengender. Aber, wenn das Brett ins Gleiten kommt, macht RS:X einfach mehr Spaß.“

„Ich hatte schon mit einer Medaille geliebäugelt. Man kann die Konkurrenz ja doch einigermaßen einschätzen“, berichtete die Gymnasiastin an der Hebbelschule von einer abwechslungsreichen Regattawoche auf dem Segelrevier der Olympische Spiele von Montreal 1976. Allein den Aufgalopp „versaute“ die Blondine. „RAF“ (Retired After Finishing) – nach Zieldurchgang zurückgezogen lautete da die Wertung hinter ihrem Namen. „Ich hatte unmittelbar vor dem Ziel eine Tonne verpasst“, erstattete Delle eine Art Selbstanzeige bei der Wettfahrtleitung. Auch in diesem Rennen hatte sie, wie in fünf von acht weiteren Durchgängen, den zweiten Platz belegt.

Jetzt liegen in den Ferien noch zwei weitere Prüfungen vor ihr. Erst geht es am Wochenende zur RS:X-Weltmeisterschaft vor Zoppot in Polen, dann will sie auch endlich den Führerschein machen. Die praktische Fahrprüfung steht noch aus.

„Am liebsten noch eine Medaille“ lautet Delles Zielsetzung für die Klassen-WM, bei der ein deutlich größeres Feld an die Startlinie gehen wird als in Kingston, wo pro Nation nur ein Boot oder Board pro Klasse zugelassen war.

Für die zweite Medaille des deutschen Aufgebots in Kanada sorgte Philipp Buhl aus dem Allgäu. Der Jugendeuropameister gewann die Bronzemedaille im Laser. Christian Freimüller aus Böblingen surfte auf dem RS:X zu Platz vier. Im 29er belegte das Kieler Duo Max Lutz/Maximilian Dullo Rang neun. In der Wertung um die Volvo-Trophy für die stärkste Nation des Nachwuchs-Championats belegte die DSV-Flotte Rang vier. Die Trophäe nahmen die Australier mit auf den fünften Kontinent.

Von Jens Kunkel

Alinghi hat die ersten drei Herausforderer dpa/sportsline vom 24.07.2007

Valencia (dpa) ­ Knapp drei Wochen nach dem erneuten Cup-Gewinn vor Valencia haben Verteidiger Team Alinghi und die Société Nautique de Genève (SNG) die ersten drei Herausforderer für den 33. America's Cup akzeptiert.

Nach dem Club Náutico Español de Vela sind jetzt auch die südafrikanische Mannschaft Shosholoza (Royal Cape Yacht Club) und das britische Team Origin (Royal Thames Yacht Club) im Rennen. Gleichzeitig attackierten die Schweizer den Golden Gate Yacht Club und Larry Ellisons Team BMW Oracle Racing, die in der Woche zuvor Klage gegen die Titelverteidiger beim Obersten Gerichtshof in New York eingereicht hatten.

Laut einem Bericht des spanischen Internet-Portals "valencialife" ist inzwischen die Entscheidung zu Gunsten von Valencia als künftigem Austragungsort endgültig gefallen. Die Mittelmeer-Metropole soll sich die Austragungsrechte für 110 Millionen Euro gesichert haben. Außerdem soll künftig Uhrenfabrikant Rolex den ausgestiegenen Hauptsponsor Louis Vuitton ersetzen. Aus dem Louis Vuitton Cup mit Testregatten soll in den Jahren 2008 und 2009 der Rolex Cup werden. Weitere Details wollen die Beteiligten zu einem späteren Zeitpunkt in Valencia offiziell bekannt geben.

"Wir sind erfreut, dass die Teams ihre Herausforderung überbracht haben. Sie tun viel für den Wettbewerb und tragen dazu bei, die kommende Auflage noch großartiger als die 32. Auflage zu gestalten", sagte Fred Mayer, Vize-Kommodore der SNG: Gleichzeitig aber haben die Schweizer auch mit der Klage des US-Vereins zu leben. Die Amerikaner wollen weder den spanischen Club als "Challenger of Record" und damit als Verhandlungspartner Alinghis auf Seiten aller Herausforderer noch das Protokoll für den 33. America's Cup akzeptieren, das Alinghi aus ihrer Sicht unfaire Vorteile einräumt.

Mit Meyer äußerte sich erstmals ein offizieller Vertreter der Verteidiger zur Klage: "Es ist enttäuschend, dass die Amerikaner ihre Energie zu verschwenden scheinen, um den America's Cup zu unterbrechen und zu schädigen, indem sie ein exklusives Match um den Cup anstreben, nachdem sie das Recht zur eigenen Herausforderung bei der 31. und der 32. Cup-Auflage zwei Mal in Folge nicht sichern konnten." Der Golden Gate Yacht Club (GGYC) versuche, "die Veranstaltung zum Ziel eines privaten Duells in Katamaranen als Geisel zu nehmen. Die SNG wird unter diesen Umständen niemals mit dem GGYC verhandeln".

BMW Oracle Racing holt Coutts für Comeback/dpa sportsline vom 24.07.2007

Hamburg (dpa) Der dreimalige America's Cup-Sieger Russell Coutts ist wieder da: Nachdem der Neuseeländer für die gerade beendete 32. Cup-Auflage gesperrt war, gab er sein Comeback bekannt und tritt nun als Direktor und Skipper für Larry Ellisons US-Team BMW Oracle Racing an.

Damit unterstützt Coutts jenes Team, das Klage gegen die Schweizer Titelverteidiger der Société Nautique de Genève und indirekt auch gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Team Alinghi eingereicht hat. Gleichzeitig äußerte sich Coutts neuer Arbeitgeber, der Software-Milliardär und BMW Orace Racing-Inhaber Larry Ellison, erstmals zum schwelenden Streit mit den Schweizer Titelverteidigern: "Wir empfinden das Protokoll für die 33. Cup-Auflage als einseitig und unfair. Alinghi kann beispielsweise jederzeit jeden Herausforderer ohne Angabe von Gründen aus dem Wettbewerb werfen. Ich glaube unter diesen Umständen nicht, dass irgendein Team eine Chance hat, den America's Cup nächstes Mal zu gewinnen. Warum sollten wir unter solchen Umständen antreten?"

Ellison und der sein Team repräsentierende Golden Gate Yacht Club (GGYC) klagen gegen die Schweizer, um ein faires Protokoll für alle Herausforderer zu erwirken. Ellison sagte in Valencia: "Wir glauben, dass Alinghi seit Monaten die neue Bootsklasse testet, während wir noch auf die Bekanntgabe der Regeln warten müssen. Alinghi hat die totale Kontrolle." Mit ihrer Klage wollen die Amerikaner den Druck auf die Eidgenossen erhöhen, im Richtungsstreit doch noch einzulenken.

"Sollten wir vor Gericht gewinnen und im dann 2008 anstehenden Match zwischen Alinghi und uns siegen, haben wir uns verpflichtet, den Cup 2009 vor Valencia zu verteidigen", so Ellison weiter. Damit wies der laut dem US-Magazin "Forbes" elftreichste Mann der Erde alle Spekulationen zurück, die US-Klage sei nur zu Selbstzwecken eingereicht worden. Ellison meinte: "Hinter uns liegt eine sehr spannende Cup-Auflage. Wir wollen auch für die Zukunft großartige Rennen für alle sichern."

Bereits zuvor hatten die Schweizer Titelverteidiger erklärt, dass neben dem spanischen Club Náutico Español de Vela mit dem südafrikanischen Team Shosholoza und dem britischen TeamOrigin bereits zwei weitere Herausforderer für die 33. Cup-Auflage gemeldet haben. Wie es im Streit Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli und Larry Ellison weiter geht, muss nun der Oberste Gerichtshof in New York entscheiden, während in Valencia voraussichtlich bekannt gegeben wird, dass die spanische Mittelmeer-Metropole Austragungsort der 33. Cup-Auflage sein soll.

07/26/07

America's Cup 2009 oder 2010 in Valencia/ Kieler Nachrichten vom 24.07.2007

Kiel – Titelverteidiger Alinghi steht eine gerichtliche Auseinandersetzung um die Bedingungen für die kommende Auflage des America's-Cup-Wettbewerbs bevor. Der in San Francisco beheimatete Golden Gate Yacht Club hat seine Drohung wahr gemacht und Klage gegen die Schweizer Societé Nautique de Genève (SNG) und damit gegen Alinghi eingereicht.

Alinghi verweigerte zuletzt jeden Kommentar und hat auch seine Teammitglieder angewiesen, keine Stellung zu beziehen. Sportdirektor Jochen Schümann erfuhr von der Klage in Kiel. Der dreifache Segel-Olympiasieger, der 2003 und 2007 in maßgeblichen Positionen den erfolgreichen Kampagnen des Schweizer Syndikats angehörte, war Gast des Drachen Grand Prix' in Strande.

Jochen Schümann als „Fuchs“ auf einem Drachen der Childhood-Regatta auf der Förde. Ist das aktive Erholung?
Das kann man wohl auch so sehen. Ich freue mich, dass es zeitlich geklappt hat. Wir, das heißt meine Soling-Goldcrew von 1996 mit Bernd Jäkel und Thomas Flach, stellen uns gerne in den Dienst einer wirklich tollen Sache wie der Childhood Foundation.

Wie sieht denn Ihr Alltag nach dem Ende des America's Cups aus. Haben Sie Urlaub?
Nein, ganz und gar nicht. Zum Glück ist man als Segler ja häufig an Orten, an denen andere Urlaub machen. Mein Arbeitsschwerpunkt liegt nach wie vor in Valencia.
Zu einer vernünftigen Kampane gehört auch, dass man professionell aufräumt und sein Camp zurück baut. Das macht viel Arbeit.

Was kommt danach?
Wie bei den meisten Mitgliedern unseres Teams läuft mein Vertrag noch bis zum 31. Juli. Danach kann ich mir vorstellen, Teil einer weiteren Alinghi-Kampagne zu sein. Aber es gibt auch eine ganze Reihe anderer Optionen.

Im America's Cup…?
Ja. Das ist derzeit sicherlich die interessanteste Geschichte im Segelsport.

Wie sähe der nächste Zyklus des America's Cups aus Ihrer Sicht aus?
Man muss die Fragen wo, wann und auf welchen Booten klären.

Wie würden Ihre Antworten mit heutigem Stand lauten?
In Valencia. Auf den geplanten neuen 90-Fuß-Yachten, wie es im Protokoll steht. Und 2009 oder 2010.

Wieder Valencia?
Das macht Sinn. Die ganze Logistik ist vorhanden. Außerdem hat sich nach der ersten schwierigen Woche, als der Wind in der Herausforderer-Runde fehlte, gezeigt, dass das Revier für Rennen mit Geschwindigkeiten um zehn Knoten herum – oder ein bisschen mehr – sehr gut geeignet ist.

2009 oder 2010?
Einerseits wäre 2009 natürlich ein recht früher Zeitpunkt mit neuen Booten, andererseits könnte 2010 durch die Konkurrenz der Fußball-WM aus Marketing-Gründen problematisch sein.

Was wird aus den sogenannten Acts, den Vorläufen?
Die haben sich bewährt. Sie halten das Interesse am Laufen. Aber man wird das nie zu einer Art Formel-1-Zirkus machen können. Dafür ist der Transportaufwand zu groß und es würde die einzelnen Veranstaltungen vielleicht auch entwerten.

Wie geht es mit der offiziellen Herausforderer-Runde weiter, nachdem Louis Vuitton erst einmal ausgestiegen ist?
Das sollte man nicht überbewerten. Es wird eine Herausforderer-Runde geben, vielleicht sogar mit Louis Vuitton. Schließlich hatten die auch 2003 erst einmal ihren Ausstieg angekündigt.

In Kiel baut man am zweiten Boot der deutschen Kampagne, allerdings ein Schiff der alten Serie. Macht das Sinn?
Wenn man das Budget hat und seine technischen Fähigkeiten verbessern kann, auf jeden Fall. Vielleicht hätte man sich früher für einen weiteren Neubau entscheiden sollen.

Wie beurteilen Sie den Ärger mit BMW Oracle?
Vor vier Jahren waren sie selbst die offiziellen Herausforderer, jetzt sind es eben die Spanier. Das ist doch nicht ungewöhnlich. Ich sehe das Problem nicht wirklich. Das hat sicher auch etwas mit der riesigen Enttäuschung der Amerikaner darüber zu tun, dass man in Valencia so schlecht abgeschnitten hat. Ich gehe davon aus, dass man sich seitens Alinghis in den nächsten Wochen zu den offenen Fragen des Protokolls äußern wird.

07/23/07

America's Cup: Machtkampf der Milliardäre

Hamburg (dpa) - Der America's Cup strebt einem neuen Tiefpunkt entgegen. Nach der spannenden 32. Auflage des traditionsreichsten Segelwettbewerbs der Welt wird über die Zukunft des Rennens vor Gericht entschieden.

Der Golden Gate Yacht Club (GGYC) aus San Francisco hat eine Klage gegen den Schweizer Alinghi-Club Societé Nautique des Genève (SNG) beim Obersten Gerichtshof in New York eingereicht. Tatsächlich ist ein Machtkampf zwischen den Milliardären Larry Ellison (USA) und Ernesto Bertarelli (Schweiz) entbrannt. Ellison trägt das Team BMW Oracle Racing, Bertarelli ist der Geldgeber für Alinghi.

Im nun anstehenden komplizierten Rechtsverfahren geht es um mehr als nur gekränkte Eitelkeit. Im Fernduell zwischen dem Alinghi-Boss und dem Oracle-Racing-Gründer und Inhaber stehen die künftigen Regeln des Rennens zur Disposition. Seit Titelverteidiger Alinghi das Protokoll für das nächste Rennen vorgestellt hat, herrscht Aufruhr unter den potenziellen Herausforderern.

Der Golden Gate Yacht Club betätigt sich als Sprachrohr jener, die sich von den Schweizern um faire Wettbewerbsbedingungen betrogen sehen. Die Amerikaner kritisieren das Protokoll, das weder Austragungsort, Zeitrahmen noch Details zur neuen Bootsklasse beinhaltet. Einzelheiten über die größeren Yachten, die Alinghi vorschreiben möchte, kennen nur die Schweizer. Angeblich soll der nächste Cup schon 2009 vor Valencia ausgetragen werden. Während die anderen im Nebel stochern, können die Schweizer gezielt die Vorbereitung angehen und sich Vorteile verschaffen.

Die Amerikaner lehnen zudem den spanischen Club Nautico Español de Vela (CNEV) als den von Alinghi bestimmten Sprecher und Verhandlungspartner der Herausforderer (Challenger of Record) ab. Grund: Der neu gegründete spanische Club erfülle die Auflagen der Stiftungsurkunde von 1857 nicht. Sogar die spanische Presse macht sich über den "Fantasie-Club" lustig, der Alinghis Alleingang angeblich unkritisch unterstützt.

Auslöser für die Klage des GGYC war die vom südafrikanischen Team Shosholoza in Genf eingereichte und akzeptierte Herausforderung. Insider vermuten, dass die bislang ohne neue Sponsoren agierenden Südafrikaner Schweizer Schützenhilfe erhielten. Die Herausforderung der Amerikaner wurde dagegen ignoriert. Für Ellison und seine Mitstreiter war das Maß voll. Der US-Yachtclub verlangt die Absetzung des spanischen Challenger of Record und will diese Rolle selbst übernehmen. Mit einer Entscheidung im Gerichtsstreit wird in drei bis vier Monaten gerechnet.

dpa/sportsline vom 22.07.2007

07/20/07

Alte Segellegende erstrahlt in neuem Glanz

Kappeln - Seit fast 50 Jahren baut die Kappelner Werft Henningsen & Steckmeest Yachten. Nun kehrte mit dem Folkeboot „Kairos“ das erste an dieser Werft entstandene Segelboot zurück – allerdings in einem renovierungsbedürftigen Zustand. Für Hauke und Malte Steckmest, die beiden Söhne des Werftbesitzers Rolf Steckmest, war die Überholung des Schiffes eine Ehrensache und eine der größten Herausforderungen in ihrer Bootsbauertätigkeit.

– Im Grauhöfter Hafen liegt seit kurzem ein neues Schiff, die „Kairos“. Freizeitskipper, die auf der Brücke entlangschlendern, bleiben regelmäßig vor dem Achtmeter-Schiff stehen. „Das ist ein wahres Schmuckstück“, sagt einer anerkennend. Dabei ist das Schiff weder besonders schnell noch wirklich neu. Es schaut nur neu aus. Tatsächlich handelt es sich bei der „Kairos“ aber um ein 48-Jahre altes Folkeboot. Dennoch stiehlt die alte Dame den jungen „Rennziegen“ in der Umgebung die Schau. Edelste Holzverarbeitung und hochglänzender Lack ziehen regelmäßig die bewundernden und manchmal auch neidischen Blicke der Seeleute auf sich.

Das war bis vor kurzem noch nicht so. Denn an der „Kairos“, die eines der ältesten Folkeboote Deutschlands und somit auch eine kleine Segellegende ist, hatte der Zahn der Zeit genagt. Dass Hauke (29) und Malte (26) Steckmest dennoch vor vier Jahren das Schiff gekauft haben, hatte einen besonderen Grund. „Das Schiff ist die Baunummer zwei unserer Werft, das war der ausschlaggebende Punkt für den Kauf“, sagt Malte Steckmest. Denn bei der „Kairos“ handelt es sich um das zweite Schiff überhaupt und das erste Segelboot, das Henningsen & Steckmest gebaut hat.

Aus alter Tradition hält die Familie Steckmest den Kontakt zu ihren Kunden und weiß so in der Regel auch wo die von ihr gebauten Schiffe schwimmen. Doch im Lauf der Jahre und einige Verkäufe später, kann man schon ein Schiff aus den Augen verlieren. So geschah es auch bei der „Kairos“, bis vor vier Jahren ein Hamburger Gastsegler die Steckmests auf ein Folkeboot in Hamburg aufmerksam machte, das in Kappeln gebaut worden war und zum Verkauf stand. Das Boot sei restaurierungsbedürftig, hieß es in Hamburg, doch die Arbeiten seien bereits zu 80 Prozent abgeschlossen. Malte Steckmest lächelt, als er schildert wie er und sein Bruder die „Kairos“ zum ersten Mal sahen. „Die Farbe fing an abzublättern und im Deck waren auch einige Löcher. Also die Restaurierung hat erst mit uns begonnen.“ Werftbesitzer Rolf Steckmest war von der Neuerwerbung seiner Söhne daher auch alles andere als angetan. „Unser Vater fürchtete, wohl, dass die ganze Arbeit an ihm hängen bleibt.“

Doch diese Befürchtung erwies sich als unbegründet. Die beiden Brüder wollten das alte Schiff unbedingt in Eigenregie wieder flott machen. Hauke Steckmest, der in Hamburg lebt, kam fortan fast jedes Wochenende nach Kappeln, um an dem Boot zu arbeiten. Malte werkelte nach Dienstschluss. Die Ausgangsbedingungen waren gut. Das Holz der kleinen Yacht war hart und damit noch in gutem Zustand. So musste keine Planke, aber dafür zwei Drittel der Spanten ausgetauscht werden. Bis auf die Decksbalken wurde das gesamte Deck erneuert. „Unser Ziel war es die Kairos möglichst in den Originalzustand zu versetzen.“ Einzige Ausnahme: Das weiße Deck wurde gegen ein Teakdeck in Naturfarbe ausgetauscht.

Vier Jahre schraubten, schleiften und sägten die Brüder. „Letztes Jahr war es schon etwas anstrengend, da haben wir schon mal gedacht, dass es jetzt fertig sein kann“, sagt Malte Steckmest. Als es dann vor kurzem endlich soweit war, hatten die Brüder 2500 Stunden an dem Schiff gearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sogar Vater Rolf Steckmest findet die „Kairos“ jetzt „richtig gut“.

Flensburger Tageblatt 20.07.07/yv

Vom Kanal ins Mittelmeer

Rendsburg – Zahlreiche Mythen und Geschichten ranken sich um den Katamaran „Sposmoker II“. Das Schiff hat zumindest in Seglerkreisen einen beachtlichen Ruf erlangt. Doch die extremen Touren, beispielsweise ins Packeis, hat es wohl hinter sich. In Zukunft soll es im Mittelmeer Segeltouristen zu historischen Stätten bringen.

„Ein tolles Schiff. Gut gebaut. Eine gute Konstruktion“, konstatiert Martin Schuler, Architekt und neuer Eigner der „Sposmoker II“. „Aber total abgewirtschaftet und ursprünglich primitiv ausgestattet.“ Ständig habe es auf See Probleme mit der schlechten Ausrüstung und der mangelhaften Wartung gegeben. Vom Ausfall der Steueranlage bis zum Mastbruch habe die „Sposmoker II“ einiges durchstehen müssen. So ist auch in Internet-Foren vom „Katastrophenkatamaran“ zu lesen. „Der Kahn ist mit allem zusammengeschraubt, was Obi so hergibt“, schreibt ein Segler, der sich die „Sposmoker II“ im Rendsburger Kreishafen angesehen hatte.

Für 20000 Euro ersteigerte Martin Schuler über einen Mittelsmann die „Sposmoker II“ vor zwei Jahren am Rendsburger Amtsgericht. Jetzt liegt der Katamaran in einer kleinen Werft und wird von Martin Schuler generalüberholt. „Erstmal mussten wir alles rausreißen. Die Technik, die Maschinen. Die Elektrik.“ Eine sechsstellige Summe habe Schuler bereits investiert. Eigentlich sollte die „Sposmoker II“ bereits im vergangenen Sommer im östlichen Mittelmeer kreisen. Doch die Arbeiten zogen sich in die Länge. Nun will Schuler aber Mitte August los, um den Innenausbau in Zypern abzuschließen. „Alles in allem hatten wir mit dem Schiff mehr Arbeit als erwartet. Auch die lange Liegezeit auf dem Trockenen hat nicht gut getan.“

Der ehemalige Eigner des 18 Meter langen und neun Meter breiten Schiffes, Gerd Engel, hatte mit ihm die Welt umrundet und zahlreiche Touren, unter anderem in Arktis und Antarktis, unternommen. Bücher über diese Abenteuer sind erschienen. Am vorläufigen Ende standen finanzielle Schwierigkeiten der „Sposmoker Gerd Engel GmbH“.
Offene Rechnungen im Wert vor etwa 50000 Euro waren aufgelaufen. Das Amtgericht legte das Schiff im Rendsburger Kreishafen 2003 an die Kette und aufs Trockene. Eingezäunt wartete die „Sposmoker II“ auf ihre Wiedergeburt, die nun in Form der „Sail-Faszination GmbH“ mit Sitz im Zypriotischen Limassol gekommen zu sein scheint.

Den Namen „Sposmoker II“ will der neue Eigner beibehalten und ab Oktober seine Turns starten. „Wiederholungstätern“, die noch einmal mit dem Katamaran in See stechen wollen, oder den vielen Helfern, die das Schiff vor zwölf Jahren in Glückstadt bauten, will Schuler günstige Konditionen einräumen. Seit 16 Jahren betreibt der Baden-Württemberger die kleine Yachtcharterfirma in Zypern. Der Vorteil der „Sposmokers II“ liege in dessen ruhiger Lage auf dem Wasser. Gerade ältere Menschen, die noch einmal mit einem richtigen Segelschiff raus wollen, schätzten dies.

Kieler Nachrichten 18.07.07/ Paul Wagner
 

07/17/07

Drohkulisse gegen AC-Sieger Alinghi, KN 17.07.07

Valencia – Der America's Cup segelt in eine ungewisse Zukunft.

Zweieinhalb Wochen nach dem zweiten Sieg des Schweizer Teams Alinghi ist ein Streit um die Regularien entbrannt. Das im Halbfinale ausgeschiedene Team des US-Milliardärs Larry Ellison (BMW-Oracle) beansprucht die Rolle des ersten Herausforderers für sich und droht mit Klage.

Hintergrund der Drohung ist die Tatsache, dass der so genannte „Challenger of Record“ die Sprecherrolle der Herausforderer-Teams einnimmt und mit dem Cup-Verteidiger über das Regelwerk für die nächste Cup-Auflage verhandelt. Zwar hatten die Spanier direkt nach der Cup-Entscheidung auf der Yacht von Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli ihre Meldung abgegeben, doch das US-Team vom Golden Gate Yacht Club (GGYC) bestreitet, dass der Club Nautico Espanol de Vela (CNEV) überhaupt die Anforderungen eines Herausforderers erfüllt. BMW-Oracle beruft sich dabei auf die Stiftungsurkunde des America's Cups. Demnach muss ein Herausforderer-Club mindestens einmal im Jahr eine Hochsee-Regatta ausrichten. Der CNEV ist aber eigens für die Teilnahme am AC gegründet worden.

Während die Spanier nun die Auffassung vertreten, es reiche, die Hochsee-Regatten in Zukunft auszurichten, sehen die Amerikaner darin eine traditionelle Verpflichtung. Zudem baut das Ellison-Team die Drohkulisse auf, im Falle einer erfolgreichen Klage binnen zehn Monaten eine Herausforderung auf 90-Fuß-Katamaranen zu verlangen.

Damit werden Erinnerungen an 1988 wach, als die Neuseeländer von den USA innerhalb eines Jahres eine Herausforderung auf einer Riesenyacht verlangten und anschließend durch rechtliche Winkelzüge von einem Katamaran vor San Diego düpiert wurden. Das ungleiche Duell ging als Miss-Match in die Geschichte des Cups ein.

Ungeachtet dieser Historie hat sich das Team Germany auf die Seite von BMW-Oracle geschlagen. „Wir befürworten die Haltung der Amerikaner, weil sie Druck machen. Die bestehende Unsicherheit ist für kein Team hilfreich“, sagte Michael Scheeren, Teamchef der deutschen Mannschaft. Allerdings wäre auch die deutsche Herausforderung von der Klage der Amerikaner betroffen. Denn auch der Deutsche Challenger Yacht Club (DCYC) ist kein gewachsener Verein, sondern existiert nur zum Zwecke des AC.

Einen neuen Partner muss sich das America's-Cup-Management bereits für die Herausforderer-Runde suchen. Hauptsponsor Louis Vuitton, seit 1983 maßgeblich an dieser Serie beteiligt, hat seinen Ausstieg bekannt gegeben und erwägt auf Grund mangelnder Gegenleistung für die Sponsorenmittel in Höhe von 60 Millionen Euro in der diesjährigen Serie ebenfalls eine Klage. Als Nachfolger für Louis Vuitton ist Uhren-Riese Rolex im Gespräch.

dpa/ra


Tel: 0431 / 64 86 - 170 . Fax: 0431 / 64 86 - 187 . Haus des Sports . Winterbeker Weg 49 . 24114 Kiel . E-Mail: info@segler.lsv-sh.de