Kiel ist ideal für olympische Segelwettbewerbe
Das Wettrennen um eine mögliche Bewerbung für die olympischen Segelwettbewerbe 2036, 2040 oder 2044 hat Fahrt aufgenommen. Sollte Deutschland sich erneut für die Austragung von Olympia bewerben, möchte Kiel mit im Spiel sein.
Und die Kieler Woche ist eine perfekte Bewerbungsplattform. So waren in diesem Jahr viele mediale Augen darauf gerichtet, wie sich die Kieler Woche präsentieren würde. Es waren nicht immer einfache Windverhältnisse im Verlaufe der neun Regattatage – Winde, die mitunter die Wettfahrtleitungen an den Rande des Machbaren brachten. Dennoch konnten 90 Prozent der ausgeschriebenen Wettfahrten gesegelt werden. Eine sehr gute Quote im Vergleich mit anderen Wettkampfstätten.
Die Gründe dafür, warum Kiel so gut für olympische Segelwettbewerbe geeignet ist, dazu nahm der SVSH-Vorsitzende Jan-Dirk Tenge in einem Interview mit Sat1 Stellung.
„Das ist eine Antwort, die ist wie 1936 und ’72 die gleiche: Es ist das Revier! Die geografischen Küstengegebenheiten Schleswig-Holsteins sind für solch eine Veranstaltung ideal. Als Wettkampfstätte haben wir ein offenes Seerevier, das gleichzeitig gegen die vorherrschende Westwind-Richtung so gut abgedeckt ist, dass wir selbst bei starken Windeinflüssen nicht mit hohen Wellen rechnen müssen.“
In dem gleichen TV-Beitrag äußerte sich auch Kiels OB Dr. Ulf Kämpfer zu den möglichen Baumaßnahmen in Schilksee, falls Olympia zum dritten Mal in die Stadt kommen sollte: „Wir werden ein olympisches Dorf bauen, das wir danach als sozialen Wohnungsbau weiter nutzen. Wir werden viel temporär bauen – Tribünen zum Beispiel. Und wir werden das bestehende Olympiazentrum sanieren, aufmotzen. Aber das müssten wir sowieso machen. Insofern muss man es solide finanzieren. Aber das ist nicht mehr so gigantisch, wie man es noch vor 20, 30 Jahren beim IOC gemacht hat.“
Ob die Kieler Bevölkerung hinter der Idee einer erneuten Austragung von olympischen Wettbewerben steht, darüber soll ein Referendum entscheiden, das entweder im November parallel zur OB-Wahl erfolgt oder im Mai gleichzeitig mit dem Hamburger Referendum. Bisher ist Kiel die einzige Stadt weltweit, die ein Referendum pro Olympia entschieden hat. 2015 wollten die Kieler eine Bewerbung für die Spiele 2024. Dass daraus nichts wurde, lag an dem Nein in Hamburg als möglicher Hauptausrichter für Olympia.