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Viel Lob bekam der Kieler Ole Schweckendiek für seinen Auftritt zur Trofeo Princesa Sofia. Foto: Sailing Energy / Princesa Sofía Mallorca

Starker Kieler Auftritt zur Trofeo Princesa Sofia

Die deutschen Olympiaaspiranten sind mit guten Ergebnissen in die europäische Segelsaison gestartet. Beim traditionell stark besetzten Grand Slam um die Trofeo Princesa Sofia auf Mallorca feierten die DSV-Athleten zwei Medaillen-Gewinne. Auch die Asse aus Schleswig-Holstein konnten sich gut in Szene setzen. Bei den 49erFX sorgten Maru Scheel/Freya Feilcke mit Rang acht für das beste Ergebnis aus SH-Sicht. Junioren-Weltmeister Ole Schweckendiek segelte in der Ilca7-Klasse ins Medal Race und belegte schließlich Platz zehn.

Die deutschen Medaillen holten sich jeweils Skiff-Teams. Der Deutsch-Malteser Richard Schultheis und sein Berliner Vorschoter Fabian Rieger holten im 49er das erste Sailing-Grand-Slam-Gold für das German Sailing Team in diesem Jahr. Die Bayern-Crew Sophie Steinlein und Catherine Bartelheimer erkämpften Silber im 49erFX.

Für die seit einem Jahr zusammen agierenden Richard Schultheis und Fabian war es nach starken Auftritten im vergangenen Jahr das erste gemeinsames Gold bei einer Regatta des Sailing Grand Slams (SGS). Der erst 20 Jahre alte Steuermann und sein 30-jähriger Vorschoter hatten vor einem Jahr an gleicher Stelle ihre erste gemeinsame Regatta bestritten und waren auf Anhieb Zweite geworden. Jetzt toppte das Duo die Leistung und gewann die Trofeo Princesa Sofía.

„Letztes Jahr sind wir spontan zusammengekommen, waren in Spanien und in Hyères Zweite, haben dann bei der WM aber noch nicht alle Puzzleteile zusammenbekommen. Jetzt hat es hier mit dem Sieg geklappt. Es ist schön, wenn alles zusammenkommt“, sagte Richard Schultheis. Im neuen Modus der Medaillenentscheidungen mit zwei Rennen überzeugte das Duo mit den Rängen 4 und 1.

Schultheis/Rieger waren das einzige deutsche Team im MEdal Race der 49er. Die Kieler Simon Heindl/Conrad Jacobs verpassten knapp die Goldflotte, segelten in der Silberflotte aber stets im Vorderfeld und belegten am Ende Platz 27. Die Junioren-Weltmeister des vergangenen Jahres Kjell Haschen/Iven Fromm (Lübeck/Kiel) wurden 41.

Im Frauen-Skiff 49er FX standen die Athletinnen des German Sailing Teams den erfolgreichen Männern kaum nach. Die WM-Fünften Sophie Steinlein und Catherine Bartelheimer konnten in den beiden Medaillenrennen mit den Rängen 4 und 5 sogar noch die amtierenden spanischen Weltmeisterinnen Paula Barceló und Maria Cantero abfangen und hinter den kanadischen Schwestern Georgia und Antonia Lewin-Lafrance auf den Silberrang vorrücken.

Für einen insgesamt imposanten Auftritt der deutschen Skiff-Frauen sorgten als Fünfte die Olympia-Sechsten Marla Bergmann und Hanna Wille aus Hamburg. Dazu machten Maru Scheel und Freya Feilcke (Kieler Yacht-Club) als Achte den Triple-Auftritt der deutschen Segelnationalmannschaft im 49er FX-Finale perfekt.

Maru Scheel und Freya Feilcke etablierten sich als Achte in der Weltspitze der 49erFX. Foto: Sailing Energy / Princesa Sofía Mallorca

Knapp nur verfehlte Philipp Buhl (NRV/Segelclub Alpsee-Immenstadt) das Podium im ILCA 7 mit den Rängen 3 und 8 in den Medaillenrennen. Ein krankheitsbedingter Ausfalltag hatte ihm eine hohe Punktlast beschert, die er aber in der Folge mit guten Rennen und einem Wettfahrtsieg erfolgreich konterte. Zu Bronze fehlten ihm in Spanien nur drei Punkte. „Ich bin wieder auf einem Level, auf dem mich Wearn und die Briten sehr ernst nehmen. Das ist wichtig“, sagte Philipp Buhl. Doppel-Olympiasieger Matt Wearn gewann die Serie vor den Briten Elliot Hanson und Michael Beckett.

Das beeindruckende deutsche Gesamtergebnis machten im mit 199 Startern größten Trofeo-Feld die ILCA-Segler aus dem German Sailing Team Nik Aaron Willim (NRV) und Ole Schweckendiek (Kieler Yacht-Club) mit den Plätzen neun und zehn komplett. Vor allem der erst 21-jährige Ole Schweckendiek hatte in Palma für viel Aufmerksamkeit im eigenen Team und auch bei den internationalen Teilnehmern gesorgt.

Der alte U21-Weltmeister von 2025 hatte das ILCA-7-Feld kurzzeitig sogar angeführt, sich vor Doppel-Olympiasieger Matt Wearn und alle anderen Top-Segler gesetzt, von denen die meisten rund ein Jahrzehnt älter sind als der junge Kieler. „Wenn mir jemand vor Regattastart gesagt hätte, dass ich ins Medaillenfinale komme, hätte ich das sofort genommen. Die Medaillenrennen waren dann ein schönes Add-on, ein sehr gutes Training“, sagte Ole Schweckendiek.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, Cheftrainer Dom Tidey und die Disziplinen-Coaches des German Sailing Teams haben in Palma ein hochmotiviertes Team betreut. Dom Tideys Bilanz fiel entsprechend positiv aus: „Wir hatten elf Teams in den Medaillenfinals. Das spricht für sich und gibt uns einen guten Eindruck davon, wo wir mit unseren Programmen stehen. Einige unserer Athletinnen und Athleten haben in dieser Woche sicher persönliche Bestleistungen gezeigt. So hat beispielsweise Ole Schweckendiek einen fantastischen Schritt nach vorne gemacht.“

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