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Es ist nur eine kleine Rampe, aber vielleicht der Anstoß zu vile mehr Inklusion: Die Lego-Rampe auf dem Mövenstein. Foto: Dr. Udo Ott

Viele bunte Steine ebnen den Weg

Es gibt viele Hürden und Hindernisse auf dem Weg zur Inklusion zu bewältigen. Und manchmal sind es die kleinen Ideen, die nicht nur eine Schwelle überwinden, sondern auch den Anstoß für mehr Investition in eine barrierefreie Anlage geben.

Beim Lübecker Yacht-Club wurde am 3. Mai eine Lego-Rampe auf dem Areal des Mövenstein eingeweiht, die nun den Gang zu den Sanitäranlagen der Herren erleichtert (das Damen-WC ist schon ebenerdig). Bisher mussten die Männer eine 16 cm hohe Schwelle überwinden – mit Gehwagen oder auch Rollstuhl ein erhebliches Hindernis.

Der Zustand war dem Clubvorstand des LYC um den Mövenstein-Verantwortlichen Thomas Neudahl schon lange ein Dorn im Auge. Und als im vergangenen Jahr die Idee des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) ins Haus flatterte, aus gespendeten Lego-Steinen eine Rampe zu fertigen, da hat der LYC gleich eine Bewerbung geschrieben.

Über die neue Rampe freuen sich (von links): Lutz Kleinfeldt, Henning Schumann, Jens Kroker, Katrin Adloff und Thomas Neudahl. Foto: Dr. Udo Ott

„Das Konzept des Lübecker Yacht-Club hat sich unter verschiedenen Bewerbungen durchgesetzt“, sagte Jens Kroker, der Geschäftsführer der Turning Point Stiftung, die mit dem Deutschen Segler-Verband die Aktion initiierte. „Denn es geht dem LYC ja nicht nur darum, diese Stufe zu überwinden, sondern es als Anstoß für mehr Barrierefreiheit zu nehmen“, so Kroker.

Das bestätigte der LYC-Vorsitzende Lutz Kleinfeldt gemeinsam mit Thomas Neudahl: „Wir wollen den Segelstandort Mövenstein gern weiter ertüchtigen, um mehr Menschen den Zugang zum Wasser zu ermöglichen“, sagte Kleinfeldt. Dazu zählt unter anderem die Idee, an der Sliprampe einen Steg zu installieren, um bei verschiedenen Wetterbedingungen besser auf die Ostsee zu kommen.

Auch die Stadt Lübeck nimmt sich des Themas der Inklusion in Travemünde verstärkt an. Gerade hat die Bürgerschaft ein Budget von 150.000 Euro beschlossen, um den Strandzugang für Menschen mit Behinderung in dem Badeort zu ermöglichen. Stadtpräsident Henning Schumann war daher gern zur Einweihung der Lego-Rampe vertreten, um das Netzwerk für mehr Inklusion in Travemünde zu stärken und Ideen und Initiativen für Barrierefreiheit zu fördern.

Nach der Einweihung gab es auch noch Kuchen für die Gäste: natürlich in Lego-Optik – gebacken von Ines Neudahl. Foto: ra

Von Seiten des DSV war Vizepräsidentin Katrin Adloff vertreten. Sie freute sich darüber, dass durch die vertrauensvolle Partnerschaft des DSV mit der Turning Point Stiftung dieses Projekt umgesetzt werden konnte. Mit Hilfe von ungezählten Klemmbausteinen, die während der Messe boot Düsseldorf verbaut und verklebt wurden, ist es nun möglich die Stufe zu den Sanitäranlagen auch mit Gehwagen oder Rollstuhl zu meistern. Rund 16 Kilogramm bringt die Rampe, die aus gespendeten Steinen gebaut wurde, auf die Waage.

Es ist auf den ersten Blick nur eine kleine Rampe, aber mit seiner bunten Gestaltung durch ein wichtiger Farbtupfer für mehr Vielfalt auf dem Mövenstein.