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Optikader am Gardasee

Ukrainischer Optisegler gewinnt das Garda-Meeting

5 Tage Training, 4 Tage Regatta am Gardasee: wir starten in die neue Saison an einem der schönsten Reviere Europas (sicherlich die Meinung aller)! Die Windsicherheit, die der See durch seine Lage und Formation zwischen den Bergen bietet und dazu die angenehmen Temperaturen, waren Anlass genug, dieses Jahr den Saisonauftakt in Italien zu verbringen. Segler, Trainer und Eltern freuten sich auf „endlich Sonne“ und scheuten keine Mühen, Motorboote und 12er-Optitrailer sowie Wohnmobile, Kites und Fahrräder zu verladen. Doch was tun, wenn du auf halber Strecke merkst, dein Portmonaie in Kiel gelassen zu haben? Der ein oder andere legte zwar eine weitere Strecke zurück, letztlich kamen wir aber alle rechtzeitig in Torbole an.

Tag 1 des Trainings zeigte uns dann direkt, dass die Wetterverhältnisse auch am Gardasee nicht immer berechenbar sind und so legten wir bei Sturm und Regen zunächst mit Trockentraining Theorie los. Allerdings war uns nach diesem holprigen Start der Lago hold und wir verbrachten alle weiteren Tage bei morgendlichem leichten Vento, nachmittäglichem starken Ora und durchgehender Sonne. Möglicherweise wurden wir für die unzähligen Pizzen, Cappuccini und Aperol entlohnt?!

An den restlichen Trainingstagen legten wir den Schwerpunkt auf enge Tonnen- oder Startsituationen (meist bei Vento) sowie langen Technikeinheiten bei Ora. Auch starteten wir bereits Rennen gegen andere Bundeskader, um uns zu messen. Schnell fiel auf: ordentlich hängen will gelernt sein! Die Optisegler kämpften mit Ausreitgurten, Pützen und Schoten dicht ziehen und schnell konnten sie ihre Fortschritte verbuchen. Der Leistungskader jedoch kämpfte auch mit Krankheitsfällen sowie Folgen eines Opti – 49erFX Unfalls, so dass dessen Gruppengröße ständig variierte. Auch wenn der vom 49erFX überfahrene Opti über Nacht von Winner repariert werden konnte und Helene es wagte, aufs Wasser zu gehen, konnte sie leider die restlichen Tage nicht mehr mitsegeln. Auch musste Moritz frühzeitig abreisen, sodass er die Regatta leider verpasste. So ein Pech!
Bevor es für alle anderen am nächsten Tag losging, nahmen wir an der Eröffnungsparade in Riva teil. Spätestens jetzt wurde allen klar, was „weltweit“ bedeutet: Optisegler aus den USA, Hongkong, Norwegen uvm. liefen in Teamkleidung und Fahnen schwingend durch die Altstadtstraßen. Angeführt wurden sie von einem örtlichen Spielmannzug, direkt gefolgt vom Team Ukraine. Eine bewegende Geschichte: Die Kinder wohnen seit der letzten Regatta im Februar am Gardasee.  Da ihr Trainer damals direkt an die Front musste, kümmerten sich norddeutsche Eltern im Rahmen einer Spendenaktion um eine Unterkunft für die Kinder sowie einen Trainer und ein Motorboot – und am Ende gewann sogar der ukrainische Optisegler Sviatoslav Madonich das Garda-Meeting.

Zunächst starteten die Optisegler am Gründonnerstag bei mittlerer Ora die Regatta mit der weltweit höchsten Anzahl an Booten einer Bootsklasse. Was auf dem Wasser als schier chaotisch schien, ließ die Eltern am Rande der Berge wandern, um atemberaubende Fotos der über 1000 weißen Optisegel auf dem Gardasee zu schießen.

Nach den ersten sechs Rennen an zwei Tagen Segeln verbuchten die SVSH Nachwuchsegler dann ihren Erfolg: Max und Anton durften ab sofort in der Goldfleet starten. Auch freuten wir uns über alle weiteren Kadersegler, die das „Podest“ füllten: Hanno, Maxi, Nikos, Mathea, Maiken und Emmi in Silber; Pit, Niels, Ivo, Loulou, Lily und Tjelle in Bronze (gefolgt von drei weiteren Gruppen). Nach drei Rennen am Samstag und einem Rennen am Ostersonntag bei schönster Ora (Sonne und 20Knoten Wind), konnten wir sagen, dass sich alle von uns gegen dieses enorme internationale Feld immer wieder in einzelnen Rennen oder an Tonnensituationen behaupten konnten. Dabei verbuchten wir mehrfach Einzelplätze unter den Top 5 oder top 10 der Silber- und Bronzegruppen. Sicherlich werden sie auf diese Erfahrungen noch lange zurückgreifen können!

Mir selbst hat es viel Spaß gemacht die SVSH Optikader gemeinsam mit Mika Trosien zu betreuen. Neben der niemals langweilig werdenden Kulisse des Gardasees, habe ich mich vor allem über diese fröhliche, ehrgeizige und faire Gruppe gefreut!

Birte Berger
(22.04.22)