Heuwinkel/Spehr setzen Weltstars unter Druck
Die starke Starboot-Kombination aus Kiel und Malente, Nick Heuwinkel und Jesper Spehr, hat einmal mehr ihr Riesentalent bewiesen. Bei der Europameisterschaft der ehemaligen Olympiaklasse wurde das junge Duo Vize-Europameister, sicherte sich zudem den U30-Titel. Am Ende mussten sie sich nur Superstar Robert Scheidt geschlagen geben. Der fünfmalige Olympia-Medaillengewinner aus Brasilien sicherte sich mit Austin Sperry (USA) den kontinentalen Titel. Die Silber-Gewinner Heuwinkel/Spehr verwiesen den zweimaligen Starboot-Weltmeister Diego Negri (Italien) und dessen Vorschoter Sergio Lambertenghi auf Platz drei.
66 Crews aus 17 Nationen waren bei der EM auf dem Ijsselmeer vor Medemblik an den Start gegangen, und Heuwinkel/Spehr hielten die Titelentscheidung bis zum letzten Tag offen. Scheidt/Sperry hatten mit zwei Siegen und einem zweiten Platz in den ersten fünf Wettfahrten zwar die besten Resultate vorgelegt. Aber das deutsche Duo hatte die beständigere Serie. Mit nur einem Ausrutscher sowie drei vierten Plätzen und einem dritten Rang gingen sie mit einem Punkt Vorsprung auf Scheidt in den Abschlusstag.

Die beiden Wettfahrten im Finale waren geprägt von drehenden Winden, einer kurzen, kabbeligen Welle und durchziehenden Regenfronten. Der starke Regen machte es mitunter schwer, die Bahnmarken zu erkennen. Das wurde auch Heuwinkel/Spehr zum Verhängnis. Bis zur letzten Luvtonnen des vorletzten Rennens waren sie virtuell auf Kurs EM-Sieg. Doch auf dem letzten Downwinder ging die Sicht zur Ziellinie verloren, die Reihenfolge wurde noch einmal kräftig durchgewürfelt.
So konnten Scheidt und Sperry noch durchziehen, sprangen in diesem Rennen von Platz sechs auf Rang eins. Und auch im Anschluss leisteten sie sich keinen Fehler und fuhren einen weiteren Sieg ein. Die Schleswig-Holsteiner sicherten sich aber souverän mit einem sechsten und einem dritten Rang an diesem Tag das EM-Silber.
„Der heutige Tag war sehr hart, vor allem körperlich“, sagte Scheidt. „Das deutsche Team hat uns bis an unsere Grenzen gefordert – Hut ab vor ihrer Leistung. Im ersten Rennen lagen sie vor uns, als wir in den letzten Vorwindkurs gingen, aber wir trafen die richtige Entscheidung, bei der Winddrehung früh zu halsen. Plötzlich sahen wir die Ziellinie vor uns und schafften es, an fünf Booten vorbeizuziehen. Dieses Rennen verschaffte uns eine bessere Ausgangslage, doch sie kämpften auch im zweiten Rennen bis zum Schluss weiter“, so das Lob des Weltstars für die zweitplatzierten Deutschen.
Ebenfalls eine starke Serie legten die Ex-Weltmeister Max Kohlhoff/Ole Burzinski hin. Das Duo aus Kiel und Flensburg landete nach den sieben Wettfahrten mit einem Tagessieg auf Gesamtrang acht. Im letzten Rennen mussten sie allerdings eine Disqualifikation verkraften und daher ein hohes Ergebnisse in die Wertung einbringen-